h1

Eine „Tat“, zwei Strafverfahren

April 1, 2010

Der Mandant soll eine Körperverletzung begangen haben. Die Staatsanwalt-schaft leitet ein Ermittlungsverfahren ein. Unser Mandant erhält verschie-dene Anhörungsbögen durch die Polizei. Schließlich erhält er Nachricht durch die Staatsanwaltschaft: Das Verfahren wird eingestellt gegen Zahlung einer (geringen) Geldauflage.

Mit diesem Ergebnis ist der Mandant zufrieden, da der Ausgang einer Hauptverhandlung nicht nur ungewiß gewesen wäre, sondern sich aufgrund des familiären Hintergrundes der Auseinandersetzung auch sehr emotional gestaltet hätte.

Während der Mandant noch die Geldauflage in Raten bezahlt, erhält unser Mandant einen Strafbefehl wegen eben dieses Vorwurfes der Körperver-letzung, mit welchem der Mandant zu einer Geldstrafe verurteilt wird. Genaueres Hinsehen ergibt, daß Strafbefehls und Einstellungsnachricht unterschiedliche Aktenzeichen tragen.

Was war passiert?

Die Staatsanwaltschaft hatte zu dem Sachverhalt zwei Akten angelegt. Diese Akten wurde von zwei unterschiedlichen Staatsanwälten bearbeitet, die offensichtlich jeweils eigene Vorstellungen dazu hatten, ob das Verfahren eingestellt werden kann.

Was ist das Ergebnis?

Auf den Einspruch gegen den Strafbefehl wird das (zweite) Verfahren auf Kosten der Staatskasse eingestellt.

RA Müller

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: