h1

Verbringungskosten und das Internet

April 20, 2010

Der leidige Streit um die Verbringungskosten: Regelmäßig machen Geschädigte nach einem Verkehrsunfall „Verbringungskosten“ geltend. Dabei handelt es sich um die Kosten der Verbringung des Fahrzeuges von der Werkstatt zur Lackiererei, da die meisten Werkstätten Fahrzeuge nicht mehr selbst lackieren, das Fahrzeug also zu einer Lackiererei verbracht werden muß.

Streit herrscht über diese Kosten dann, wenn ein Gutachten solche Kosten ausweist und der einstandspflichtige Versicherer darauf hinweist, daß diese Kosten nicht bei jeder Werkstatt anfallen und erst ersetzt werden, wenn sie tatsächlich anfallen.

Diese Argumentation ist von zahlreichen Gerichten abgelehnt worden, da grund-sätzlich den Feststellungen des Sachverständigen zu folgen sei. Dieser habe mit Aufnahme der Kosten in das Gutachten bestätigt, daß diese örtlich regelmäßig anfallen würden und damit zu ersetzen seien.

Ich habe nun in einem solchen Fall den Versicherer vertreten und sollte die Geltendmachung der Verbringungskosten abwehren. Der Kläger setzte dabei auf die obige „Sachverständigen-Argumentation“ noch einen oben drauf, indem er zusätzlich darauf verwies, daß es völlig irrelevant sei, ob irgendwelche anderen Werkstätten eine eigene Lackiererei hätten. Er lasse sein Fahrzeug immer in einer (genau bezeichneten) Werkstatt seines Vertrauens reparieren, welche eine solche Lackiererei nicht habe.

Zu dumm, daß die Werkstatt eine eigene Homepage hatte und dort ausdrücklich damit warb, vor Ort über eine eigene Lackiererei zu verfügen.

Eiligst wurde die Klage zurückgenommen…

Hätte der Kläger nicht auf besagte „Werkstatt seines Vertrauens“ hingewiesen, so hätten seine Erfolgsaussichten gar nicht schlecht ausgesehen. Ich bezweifle allerdings, daß das Fahrzeug tatsächlich in besagter Werkstatt repariert werden wird.

Advertisements

2 Kommentare

  1. Und Geschädigte werden hier fündig. 😉


    • Bei der Urteilsliste von Captain HUK habe ich mich zugegebenermaßen in anderer Sache bei Vetrretung des Geschädigten auch schon bedient. Ich glaube aber nicht, daß der Prozeßgegner in dem obigen Fall eine Entscheidung gefunden hätte, die ihm noch geholfen hätte 😉
      Wenn man seinen Vortrag als „Versehen“ abhakt, mag man gerade noch davon ausgehen, daß kein versuchter Prozeßbetrug vorliegt.



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: