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Dreistes Versandhausunternehmen

April 21, 2010

Nach der Insolvenz von Quelle könnte man direkt um ein weiteres, großes Versandhaus bangen, wenn man dessen Geschäftsgebaren mitbekommt.

Der Mandant hatte einen Roller dort bestellt, mußte einige Zeit nach der Lieferung jedoch feststellen, daß dieser unter einer Vielzahl von erheblichen Mängeln litt. Sämtliche Versuche, die Mängel über das Versandhaus, welches wiederum den Hersteller eingeschaltet hatte, beheben zu lassen, schlugen fehl. Der Mandant mußte sich sogar vorwerfen lassen, daß er das Gerät „manipuliert“ habe, wobei die vorgeworfene Manipulation allerdings in keinem Zusammenhang zu der Vielzahl der Mängel stand.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das letztlich auch zur Rücknahme des Fahrzeuges und Rückzahlung des Kaufpreises unwillige Versandhaus mußte verklagt werden. Im Klageverfahren wird dann zunächst angezeigt, daß sich das Versandhaus gegen die Klage verteidigen will, dann wird der eingeklagte Anspruch kommentarlos anerkannt.

Man sollte meinen, daß das Versandhaus jetzt den Kaufpreis zurückzahlt und das Fahrzeug abholen läßt. Stattdessen reagiert das Versandhaus auch auf mehrmalige Mahnungen nicht, so daß schließlich die Zwangsvollstreckung betrieben werden muß. Erst jetzt ein empörter Anruf durch das Versandhaus, wobei der dortige Mitarbeiter fragt, warum man denn nun auch noch die Kosten der Zwangsvollstreckung zahlen solle. Auf den Hinweis, daß diese nicht entstanden wären, wenn man auf die Mahnungen reagiert hätte, erklärt man sich murrend bereit, die Kosten ebenfalls anzuweisen.

Einige Zeit später erhält dann allerdings der Kläger eine Mitteilung, daß man die Kosten der Zwangsvollstreckung direkt von dem Guthaben auf seinem Kundenkonto abgezogen habe…

Sind die Zahlungsschwierigkeiten denn so groß, daß man auf derart dreiste Weise die entstandenen Kosten abwälzen möchte? Fehlte nur noch, daß auch der zurückzuzahlende Kaufpreis dem Kläger in Rechnung gestellt wird, aber das kann ja noch kommen.

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2 Kommentare

  1. Manchmal würde man am liebsten Glauben wollen, dass solche Geschichten Fiction sind.

    Traurig, sowas.


  2. Keine Fiktion. Ich hatte ebenfalls mal das Vergnügen ein inzwischen insolvente Versandunternehmen namens Q mit einer Klage beglücken zu dürfen. Es ging um Lieferung vertragsgerechter Ware Zug um Zug gegen Rückgabe der erhaltenen Ware. Im Termin wurde anerkannt, danach sandte das Unternehmen aber anstelle der Ware einen Scheck über den Kaufpreis. Ich musste erst mit ZV drohen, dann ging es plötzlich. http://digg.com/u1UAs4



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