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Graf Koks von der Gasanstalt

Mai 21, 2010

Das Berufungsurteil hatte die in erster Instanz verhängte Freiheitsstrafe immerhin um ein halbes Jahr reduziert.

Auch hatte der vorsitzender Richter in der Verhandlung ein hohes Maß an Geduld bewiesen und sich insgesamt überaus sachlich verhalten.

In der Urteilsverkündung gingen dann die Pferde wohl doch etwas mit ihm durch. So konnte es sich jedenfalls nicht verkneifen, meinem Mandanten im Rahmen der Urteilsverkündung vorzuhalten, daß er sich tagsüber „wie Graf Koks von der Gasanstalt“ verhalten hätte und nachts „wie eine Katze um die Häuser geschlichen“ sei. Deutliche Worte, aber ob das sein mußte…

RA Müller

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3 Kommentare

  1. Welcher Vorsitzende hat jetzt bei welcher Urteilsverkündung diese deutlichen Worte gewählt? Und warum sollte das nicht sein „müssen“ (sollte das als unangemessen gebrandmarkt werden? Dann müsste man wohl erfahren, wie der Mandant sich tatsächlich verhalten hat!)?


  2. Die Bezeichnung klingt herablassend. Man mag jetzt geteilter Meinung darüber sein, ob ein solcher Tonfall in einer Urteilsverkündung angemessen ist.


  3. Ich verstehe die Aufregung nicht. Viele Angeklagte/Mandanten verstehen das feingeistige juristische Gefasel nicht; und wenn das ein Richter erkennt und seine Begründung so formuliert, wie es der Angeklagte auch versteht, dann hat er es deutlich besser gemacht, als irgendwelche Verklausulierungen hinter einer Fassade der Höflichkeit zu wählen.



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