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Der überraschende Ortstermin

Juli 23, 2010

Mein Mandant hatte einen Verkehrsunfall erlitten und sich unter anderem an der Hand verletzt, die das Lenkrad festgehalten hatte. Der gegnerische Versicherer bestreitet, daß es hierbei überhaupt zu einer Verletzung gekommen sein kann.

Vor eventueller Einholung eines Gutachtens ließ sich der Richter von meinem Mandanten detailliert erklären, wie er das Lenkrad angefaßt hatte. Der Prozeßbevollmächtigte der Beklagten wies dann darauf hin, daß er ein Fahrzeug mit einem ähnlichen Lenkrad habe, welches einige Gehminuten entfernt abgestellt sei.

So wurden spontan die Roben abgelegt, die bereits in der nächsten Sache erschienenen Parteien vertröstet und der Gang zu dem Anschauungsobjekt angetreten, an welchem mein Mandant die Unfallsituation demonstrieren durfte.

Es ist doch schön, wenn sich das Gericht für die einzelnen Sachverhalte noch so viel Zeit nimmt. Mein Mandant war jedenfalls durchaus beeindruckt davon, daß der Richter tatsächlich wissen wollte, wie sich das Geschehen zugetragen hatte.

Die nicht ganz ernst gemeinte Anregung, der Beklagtenvertreter möge sein Fahrzeug doch zwecks Nachstellens des Unfallherganges zur Verfügung stellen, ist dann allerdings nicht mehr aufgenommen worden.

RA Müller

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