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Die Qual der Wahl: Beschuldigter oder Zeuge?

Februar 18, 2011

Auszug aus dem Abschlußbericht in einer  Ermittlungsakte betreffend eine körperliche Auseinandersetzung zwischen X und Y:

„Herr X möchte weder im Status des Beschuldigten, noch im Status eines Zeugen zur Sache aussagen.“

 Wie darf ich mir den Ablauf dieser Vernehmung vorstellen?

Vernehmungsbeamter: „Herr X, Sie sollen hier als Beschuldigter vernommen werden…“

Herr X: „Ich möchte micht dazu nicht äußern.“

Vernehmungsbeamter: „Hmm, wir könnten Sie auch lediglich als Zeugen vernehmen. Würden Sie dann etwas sagen?“

RA Müller

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5 Kommentare

  1. Schlimmer die umgekehrte Variante:
    Herr Zeuge, aufgrund Ihrer bisherigen Angaben vernehme ich Sie jetzt als Beschuldigter – dann liegt das Kind meistens schon im Brunnen.


    • Zugegeben, die Reihenfolge kommt mir bekannter vor 😉


  2. Interessant ist die Frage wie oft folgende Kombination vorkommt:
    Zeuge (nach Pflichtangaben zur Person): „Zur Sache möchte ich mich nicht einlassen.“ Vernehmer: „Aufgrund Ihres Schweigens vernehme ich Sie als Beschuldigter.“


    • Wahrscheinlicher ist folgender Ansatz: „Aufgrund Ihres Schweigens vernehme ich Sie (jetzt erstmal) als ZEUGEN, denn da müssen Sie aussagen!“


      • … das funktioniert aber nur als Staatsanwalt – & zu dem geht man nur mit Anwalt.



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