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Ruhestörung durch Rollerfahren

Mai 13, 2011

Die Mandantin fährt Zeitungen aus. Dieses geschieht üblicherweise in den frühen Morgenstunden, damit die Abonnenten in aller Ruhe am Frühstückstisch ihre Zeitung lesen können, um nicht zu viel miteinander sprechen zu müssen.

Einer dieser besagten Abonnenten hatte nun meine Mandantin angezeigt, nachdem sie die Zeitungen nicht per Fahrrad, sondern mit einem Roller (nein, kein Tretroller) ausfährt, hierzu seine Auffahrt befährt, um zum Postkasten zu gelangen, wobei die Fahrgeräusche des Rollers seine Nachtruhe empfindlich angeblich empfindlich störten.

Die Bußgeldstelle hat es sich nicht nehmen lassen, auf die Anzeige hin auch tatsächlich ein Bußgeldverfahren einzuleiten und der Mandantin ein Bußgeld anzudrohen.

Auf die für die Mandantin abgegebene Einlassung hin ist das Verfahren dann allerdings eingestellt worden. Vielleicht sollte der geneigte Zeitungsleser darauf verwiesen werden, die Online-Ausgabe der Zeitung zu abonnieren, wenn er einen so leichten Schlaf hat.

RA Müller

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16 Kommentare

  1. Das erinnert mich das PC-Spiel „Paperboy“, welches ich früher gerne gespielt habe:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Paperboy_%28video_game%29

    Gibt es heute auch als kostenloses Flash-Game.


  2. Na ja….die Dinger sind ja sehr laut und machen fast einer Harley Konkurenz. Ich möchte ebenfalls nicht um fünf Uhr morgens durch dieses geknattere geweckt werden. Die Auffahrt hochlaufen wäre z.B. auch eine Möglichkeit.


  3. Ähnliche Beschwerden gab es hier auch mal.
    Aber das lag daran, dass der damals neue Austräger seinen Roller zwischen den Briefkästen immer aufheulen lies.
    Nach einiger Zeit, als die Beschwerden sich via Verlag bemerkbar machten, normalisierte sich das.


  4. Die Details kann ich natürlich nicht beurteilen, aber im allgemeinen würde ich dies durchaus als einen Punkt sehen, wo es legitime Beschwerden geben kann. Sich hierüber lustig zu machen (was in meinem Eindruck oben geschieht) ist so keine gute Art.

    Was man dann eher kritisieren könnte, wäre falls diese Anzeige ohne vorherige Rücksprache mit der/Mitteilung an die Fahrerin stattgefunden hat, dass ihre Vorgehensweise eine unwillkommene Störung verursacht.


    • Man wird m.E. keinen Zeitungsausträger darauf verweisen können, Zeitungen nur mit dem Fahrrad auszutragen. Wer also früh morgens seine Zeitung haben will, der wird – normal laute – Motorgeräusche aushalten müssen.

      Darüber hinaus war hier gleich Anzeige erstattet worden, ohne vorher auch nur zu versuchen, die Verantwortliche direkt anzusprechen.

      Das finde ich zwar nicht lustig, wohl aber befremdlich. Erinnert mich ein bißchen an Personen, die auf’s Land ziehen und dann gegen den Nachbarn klagen, weil dessen Hahn zu laut kräht etc.


      • Die unmittelbare Anzeige ist zwar problematisch. Die unterliegende Sachfrage (als ethisches Problem—das Gesetz mag dies anders sehen) ist aber eine andere Sache. Bedenken Sie z.B. das die Geräusche offensichtlich nicht von der Straße stammen, sondern von einem Befahren der Auffahrt (das zudem u.U. Privatgelände ist) und dass die Störung offensichtlich stark genug ist um jemanden zu wecken, der sowohl den sonstigen Straßenverkehr als auch die früheren Boten verkraftet hat.

        Hiermit soll jetzt keine große Diskussion veranlasst werden (insbesondere nicht über einen Fall, dessen Details mir nicht bekannt sind). Nur gilt es manchmal auch die andere Seite der Sache sehen zu können, vielleicht einige Meilen in deren Schuhen zu gehen. (Dies zumal sowohl rücksichtslose Lärmstörungen als auch schlampig erbrachte Dienstleistungen heute sehr gewöhnlich sind.)


        • Eine andere Lösung wäre ganz einfach: Die Zeitung an der Auffahrt ablegen, möglicherweise in einen dafür bereitgestellten Zeitungskasten/Briefkasten. Dann kann der Abonnent vor dem Frühstück selber die Auffahrt runterlaufen und hat seine Ruhe.


          • Ganz bsi zur Auffahrt laufen? Und das früh am Morgen? Das ist nicht Ihr Ernst, oder? 😉


  5. Dazu wäre zu sagen, dass es auch leisere Motorroller gibt.
    Ich werde morgens zwischen 5 und 6h geweckt, weil eine Nachbarin dann mit einem furchtbar lauten Motorroller aus der Tiefgarage fährt. Sofern man in einer Wohngemeinschaft lebt, sollte man sich auch beim Kauf eines solch lauten Rollers Gedanken machen, aber es geht wohl nach dem Motto, „wenn ich schon früh aufstehn muss, darf es der Nachbar auch!“
    Es ist einfach egoistisch und niveaulos.


  6. Online? Gute Idee! Und dich Nachbarn?!
    Hier das Selbe Problem!
    2:55
    3:45

    Mit einem scheiss Moped höre ich beinahe 20Mi uten zu wie unser Zeitungsausträger seine Arbeit verrichtet.

    Was nützt die Zeitung online, wenn sie 45 Nachbarn lesen und zugestellt bekommen?!

    Elektroroller wären ne Option!!!


  7. Ich bin ebenfalls daon betroffen- Jeden Morgen zwischen 04:15 und 04:45 fährt die Rollerfahrerin unmittelbar- d.h. in ca. 10 cm Abstand von meinem Schlafzimmerfenster mehrere male vorbei. Inzwischen habe ich massive Tag- Nachtrhythmusstörungen und bin völlig am Ende. Ich suche eine neue Wohnung- die es aber hier nicht gibt. Ich kann das Urteil nicht nachvollziehen. Ein E-Bike tut es auch- und das ohne alle leute aus dem Tiefschlaf zu reißen


    • Und das soll sich ein Zeitungsausträger von welchem üppigen Einkommen kaufen? Vielleicht steigen Sie auf ein E-Paper um. Die Zustellungsgeräusche dürften deutlich geringer sein 😉


      • Mit aller Respekt, Herr Müller, aber Ihr Diskussionsverhalten ist weder professionell und noch geeignet das Bild von Anwälten etwas Gutes zu tun.

        Es melden sich immer wieder Menschen, die das Verhalten von Ihrer Mandantin und/oder ihren eigenen Zeitungsträgern als problematisch sehen—und dies aus Gründen, die gut nachvollziehbar sind.

        Sie können hierauf anscheinend nicht anders tun, als diese Menschen belustigt ironisierend niederzumachen…

        Wer eine Leistung erbringt, hat dies auf einer zumutbaren und angemessenen Art zu tun. Die von Tracy beschriebene Situation zeigt keine solche Leistungserbringung dar und es wäre unzweideutig die Pflicht des Leistungserbringers sich anzupassen, nicht die des Leistungsempfängers. Der Kostenpunkt ist für Tracy in diesem Falle irrelevant, dann erstens ist dies das Problem der Zeitungsträgerin, die sich keine Aufgaben suchen sollte, die sie nicht bewältigen kann, zweitens gibt es auch andere, kostengünstige, Mittel: Über Jahrzehnte hinweg haben Andere die selbe Aufgabe per Fahrrad oder, bei ausreichend kleinen Gebieten, sogar per Fuss erledigt.

        Oder was ist mit Ihrem Originalbeitrag, wo Sie sich schon über Zeitungslesern Aussagen wie „[…] um nicht zu viel miteinander sprechen zu müssen.“ von sich geben? Hierdurch werden Zeitungsleser, inklusive den ursprunglichen Beschwerdesteller, pauschal als in ihrem Verhalten abartig eingestuft—unfairerweise, unter Spekulation, und in einer Hinsicht, die mit dem Fall letztendlich überhaupt nichts zu tun hat.

        Bleiben Sie bitte zukünftig sachlich und lasse Sie völlig unnötige Aussagen außen vor. Gute Anwälte argumentieren mit Gesetzen, Präzedenzfälle, Zeugnisaussagen, …; schlechte greifen zu Personenangriffe unterschiedlicher Art. (Gerne können Sie auch meinen Blog besuchen, wo ich sehr viele über Themen wie Argumentationsmethoden im Internet, „intellectual honesty“, und verwandte Themen geschrieben habe.)

        Dies im Zweifelsfall im Eigeninteresse, denn Kommentare und Beiträge dieser Art werden Ihnen keine Mandanten, Partner, Arbeitgeber, oder was für Sie persönlich relevant sein mag, einbringen, sondern diese allenfalls abschrecken.

        Schließlich: Falls sich jetzt die Leser tatsächlich an die Online-/Digitalausgaben halten, was passiert dann? Die betroffenen Zeitungsträger stehen am Ende ohne Arbeit da…


        • Wenn Sie sanfte Ironie als Fremdwort wahrnehmen, so kann ich nur ans Herz legen, das Lesen von Beiträgen dieses Blogs allenfalls maßvoll vorzunehmen. Die Beiträge sollen keinen Schriftsätzen gleichen. Zu mutmaßen, daß ich sämtlichen Zeitungslesern wahrhaftig eine garstige Partnerschaft unterstelle, läßt jedenfalls einen Ausfall Ihres Ironiedetektors vermuten.

          Zur Sache: Zeitungsausträger werden m.E. schlecht bezahlt. Oft sind es Schüler oder Rentner, die sich etwas zum Taschengeld oder zur Rente hinzuverdienen (müssen). Der Rat, auf E-Bikes umzusteigen, ist da von Hoffnung, nicht indes von Realitätssinn getragen. Erwarten Sie ernsthaft, daß derartiges in dieser Branche künftig vom Arbeitgeber bereitgestellt wird? Oder erwarten Sie ernsthaft, daß Zeitungsausträger künftig von dem – in dieser Branche sehr beliebten – Moped/Mof Abstand nehmen?

          Bisweilen hilft also nur etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit dem mit der gewünschten Dienstleistung verbundenen Lärm. Durch E-Paper gibt es im übrigen zumindest eine Ausweichlösung.

          Dem Zeitungsausträger wegen einer (angeblichen) Ordnungswidrigkeit anzuzeigen, trifft in meinen Augen jedenfalls den Falschen. Wer diesen Weg wählt, dem Problem ans Leder zu gehen, der muß hier mit sanfter Ironie rechnen.


          • > Zu mutmaßen, daß ich sämtlichen Zeitungslesern wahrhaftig eine garstige Partnerschaft unterstelle, läßt jedenfalls einen Ausfall Ihres Ironiedetektors vermuten.

            Falls der eine Satz alleine Stünde, würde ich (wie beim ersten Lesen der Fall war!) ihn auch durchlassen. Wenn man aber noch Ihre Kommentare hinzuzieht, ergibt sich ein Bild, das nicht mit einer kulanten Deutung zu vereinbaren ist.

            > Der Rat, auf E-Bikes umzusteigen, ist da von Hoffnung, nicht indes von Realitätssinn getragen. […]

            Wie schon gesagt: Wer eine Leistung erbringt, hat diese auf angemessener Art zu erbringen. Wer dies nicht kann, sollte nicht die Leistungserbringung auf sich nehmen. Wenden Sie Ihre Art von Argumentation in anderen Fällen an, entstehen schnell offensichtliche Absurditäten: „Ich bin zwar bezahlt worden, um den Müll zur Deponie zu fahren. Dies dauert mir aber zu lange. Der Stadtpark tut es auch.“ „Der Kunde hat zwar ein Notebook X bestellt, aber die sind alle. Ich liefere ihm das billigere Notebook Y—Tastatur und Bildschirm haben sie ja beide.“

            > Bisweilen hilft also nur etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit dem mit der gewünschten Dienstleistung verbundenen Lärm. Durch E-Paper gibt es im übrigen zumindest eine Ausweichlösung.

            Wenn man tatsächlich regelmäßig um z.B. 4 Uhr morgens durch Fremdeinwirkung und unfreiwillig erwacht, hat niemand mehr von Gelassenheit zu reden. Dies ist eine massive Schadwirkung, die für die Meisten den Wert der Zeitung vielfach übersteigt. Dass Sie solche Störungen bagatellisieren, zeigt von einem völligen Unvermögen sich in den Schuhen der Betroffen zu versetzen.

            > Dem Zeitungsausträger wegen einer (angeblichen) Ordnungswidrigkeit anzuzeigen, trifft in meinen Augen jedenfalls den Falschen. Wer diesen Weg wählt, dem Problem ans Leder zu gehen, der muß hier mit sanfter Ironie rechnen.

            Dies trifft möglicherweise in Ihrem konkreten Fall zu, und nur in dem Ausmaß, wie der direkte Kontakt nicht im Vorfeld probiert wurde. Nicht aber bei allen anderen, die sich hier gemeldet haben. Ganz sicher nicht bei Zeitungslesern im Allgemeinen.

            Lassen Sie das Thema hierbei bitte ruhen, und überlegen Sie sich bis zum nächsten Beitrag, ob Sie wirklich so fortfahren wollen…



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