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Telefonsex? Sie Schlingel!

Juni 8, 2011

Telefonsex scheint selbst dann für die Verantwortlichen eine wahre Goldgrube zu sein, wenn er gar nicht stattgefunden hat. So gibt es einige Firmen, vorzugsweise im Ausland residierend und alle paar Jahre den Namen wechselnd, die sich dadurch auszeichnen, Personen anzuschreiben und Ihnen vorzuhalten, Sie hätten „Telefonsex-Serviceleistungen“ in Anspruch genommen. Oh Schreck, oh Schreck!

Die Leistungen seien zwar nicht über besonders teure Rufnummern erbracht worden. Im Telefonat habe der Anrufer indes einen Vertrag geschlossen, wonach der Anruf dann einen erheblichen Pauschalbetrag koste. Welche Nummer der Betroffene angerufen haben soll, wird ihm nicht verraten, da die letzten Ziffern ausgeXXXt werden. Warum dem Kunden die von ihm angeblich gewählten Rufnummern nicht verraten werden? Gibt es diese Rufnummern überhaupt? Wird bei einem Anruf auf einen solchen Pauschalbetrag hingewiesen? Dies alles bleibt das Geheimnis der Abzocker Goldgräber.

Für den Kunden, der regelmäßig nicht  nur eines dieser Telefonate geführt haben soll, folgt ein massives Mahnverhalten, bei welchem er mit Zahlungsaufforderungen, Mahnschreiben und Inkassoschreiben förmlich überhäuft wird. Auf allen Schreiben prangt die Leistungsbezeichnung „Telefonsex“.

Meine Mandanten haben mir in diesen Fällen berichtet, nicht eines dieser Telefonate auch tatsächlich geführt zu haben. Tatsächlich seien jedoch ihre Daten kurz zuvor (etwa wegen eines angeblichen Gewinnspieles) telefonisch abgefragt worden.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen, daß durch die auf den Schreiben prangende „Telefonsex“-Bezeichnung die Adressaten davon abgehalten werden soll, mit „so etwas“ zu einem Anwalt zu gehen oder zu riskieren, wegen „so etwas“ gar vor Gericht gezerrt zu werden.

Mir ist zwar nicht ein einziger Fall bekannt, in dem tatsächlich geklagt worden ist. Aber da es diese Masche unter wechselnden Deckmäntelchen von Jahr zu Jahr wieder gibt, scheinen genug Betroffene den Goldgräbern, gegen die wohl auch bereits zahlreiche Strafanzeigen erstattet worden sind, auf den Leim zu gehen.

RA Müller

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2 Kommentare

  1. Ich sags immer wieder – niemals nie seine Daten bei Gewinnspielen im Internet preis geben. Wenn solche Schreiben kommen ist meistens keine Antwort die beste Antwort.


  2. Schön auch Abmahnungen an Familienväter wegen angeblichen Pornos in Tauschbörsen. Das dürften die meisten Empfänger auch lieber „still beerdigen“.



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