h1

Verflixt, ist der leise!

August 17, 2011

Ein tragischer Verkehrsunfall hatte sich ereignet. Gegen den von mir vertretenen Fahrzeugführer wurde ein Strafverfahren eingeleitet, wobei das Gericht ein Gutachten zu der Frage einholen ließ, ob der Fahrer den Unfall denn überhaupt hätte vermeiden können.

Bei dem Unfallfahrzeug handelte es sich um ein Fahrzeug mit Elektromotor.

Der Sachverständige wollte dann unter anderem die Geräuschentwicklung des Fahrzeuges messen und holte ein entsprechendes Meßgerät. Währenddessen setzte sich mein Mandant schon einmal in sein Fahrzeug.

Der Sachverständige richtete dann das Meßgerät auf das Fahrzeug und wies meinen Mandanten an, den Motor des Fahrzeuges zu starten. Mein Mandant erwiderte verwundert, daß der Motor doch bereits laufe, und fuhr demonstrativ ein Stück vor und zurück.

Leicht konsterniert stellte der Sachverständige das Meßgerät zur Seite und teilte mit, daß das geringe Motorgeräusch bei den Nebengeräuschen (leichter Nieselregen) nicht sinnvoll meßbar sei. Dafür sei das Fahrzeug schlichtweg zu leise.

(In der Sache ist das Verfahren letztlich übrigens eingestellt worden.)

RA Müller

Advertisements

5 Kommentare

  1. Ich habe mal gehört, dass man bei E-Autos irgendetwas dazubauen will, dass Krach macht.
    Vielleicht eine Trillerpfeife, mit trichterförmige Öffnung nach vorne.
    Klingt komisch, aber wäre wohl tatsächlich sinnvoll.


    • Angeblich sollen spezielle Reifen verfügbar sein, die mehr Geräusche verursachen, so daß das E-Fahrzeug dann leichter wahrgenommen wird.


  2. Hab ich auch gelesen das darüber nachgedacht wird. Finde ich nicht so doll. Für Blinde mag das noch ganz gut sein aber sehende Menschen benutzen eh ihre Augen.

    Obendrein sind selbst viele Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor so leise das im Stadtverkehr nur das Geräusch der Reifen zu hören ist.

    Ich mag es etwas ruhiger. Dann hält man eben die Augen offen. Und für Sehbehinderte Menschen findet sich garantiert auch eine Lösung ohne Krach wie zb ein Näherungssensor der per Funk ausgelöst wird. Den könnte man dann auch noch für andere Dinge wie zb Ampelsteuerung verwenden.



  3. Abhängig u.a. von Fahrbahnbelag und Gangwahl überwiegen ab etwa 30km/h bis 50km/h bei Kfz die Reifengeräusche. Reifen mit höheren Abrollgeräuschen wären außerhalb von Tempo-30-Zonen kontraproduktiv für den Lärmschutz.

    Sinnvoll wäre ein bei Geschwindigkeiten bis ca. 50km/h erzeugtes Geräusch, welches nach Vorne gerichtet abgestrahlt werden kann, Es muss von Menschen intuitiv Kfz zugeordnet werden können, sonst kommt genau so ein Murks dabei heraus wie bei den vor Jahrzehnten kurzzeitig mal erhältlichen elektronischen Fahrradklingeln mit Piezo-Piepsern: Kein Schwein drehte sich – auf dem Radweg gehend – nach dem piepsenden Etwas hinter ihm um.
    Man sollte das erzeugte Geräusch also unbedingt wahrnehmungspsychologisch optimieren …

    Ein zusätzlicher Geräuscherzeuger wäre bei Elektrofahrzeugen sinnvoll, um Sehbehinderten und dem Teil der Menschheit, der mit gesenktem Blick über die Straße geht, potenziell das Leben zu verlängern.
    Man sollte zwar schon Kindern beibringen, erst mal die Augen zu nutzen, bevor man über die Straße geht oder auf dem Fahrrad die Spur wechselt. Aber Menschen machen nicht nur am Steuer, sondern auch als Fußgänger Fehler, die man möglichst selten mit der Stoßstange abstrafen sollte. (Kfz-)Hapftpflichtversicherer und Eltern werden es danken.



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: