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Wie sage ich es meinem Mandanten?

August 18, 2011

Mandanten haben es mit ihren Anwälten, die sich bisweilen einer ganz eigenen Sprache befleißigen, nicht immer ganz einfach. Gerade Juristen machen bisweilen den Eindruck, dazu zu neigen, Sachverhalte möglichst kompliziert und verschnörkelt zu beschreiben. Auch ist der Mehrzahl der Mandanten der Ablauf gerichtlicher Verfahren, der für Juristen eine Selbstverständlichkeit darstellt, nicht geläufig.

Vor einiger Zeit hatte ich auf eine eingereichte Klage hin eine umfangreiche Klageerwiderung erhalten und zu dieser wiederum umfassend Stellung genommen. Beide Schriftsätze schickte ich dem Mandanten zur Kenntnisnahme und mit der Bitte, meine nächste Nachricht abzuwarten.

Der angesichts des Umfanges und der Komplexität der Schriftsätze sichtlich überforderte Mandant rief daraufhin an und fragte, ob er den Rechtsstreit denn nun gewonnen oder verloren hatte, da in dem einen Schreiben gestanden habe, daß er Recht habe, in dem anderen Schriftsatz das genaue Gegenteil.

Ich habe ihn dann auf das zu erwartende Urteil vertrösten müssen. Solche Begebenheiten führen einem dann vor Augen, daß man bisweilen an der Kommunikation mit den Mandanten noch etwas feilen und nicht darauf vertrauen sollte, daß der Mandant den anwaltlichen Schriftsätzen schon alle erforderlichen Informationen entnehmen wird.

 RA Müller

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2 Kommentare

  1. Da gibt es erhebliche Unterschiede.
    Mein erster Anwalt hat eher unverständlich Fragen beantwortet.
    Man sollte ihn beauftragen und ihn dann in Ruhe lassen.
    Meine nächste Rechtsanwältin war das gegenteil. Sie versucht alles möglichst gut zu erklären.
    Meinen ersten schätze ich nur als schwaches Mittelmaß ein, meine jetzige dagegen als gut bis sehr gut ein.
    Aber selbst ihre Erklärung kann ich wohl nur deswegen verstehen, weil ich unzufrieden mit den Leistungen meines ersten Anwalts war und mich weit eingearbeitet hatte (Mietrecht und Handelsrecht).
    Anderst ausgedrückt: Ohne Vorkenntnisse kann ein Laie dem gar nicht folgen.


    • Ein deutliches Zeichen, daß Anwälte an der Kommunikation bisweilen noch arbeiten müssen.



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