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Rosamunde Pilcher und die Berufung in Strafsachen

September 9, 2011

Der Mandant war wegen einer Straftat angeklagt worden, die man nur als absolute Bagatelle bezeichnen kann. Es war auch hoch streitig, ob er die Tat überhaupt begangen hatte. Im Hintergrund standen Streitigkeiten nach einer Trennung von seiner Ehefrau.

Zu einer Einstellung des Verfahrens waren Amtsgericht und Staatsanwaltschaft in erster Instanz nicht zu bewegen. Stattdessen wurde der Mandant in erster Instanz mit aus meiner Sicht fragwürdiger Begründung zu einer Geldstrafe verurteilt, nachdem kein Aufwand gescheut worden, Zeugen befragt und sogar ein Gutachten eingeholt worden war.

In der Berufung fand das Gericht dann deutliche Worte: Ob die Straftat nun geschehen sei oder nicht, so sei es in keinem Fall sinnvoll, die Gerichte mit derartigen Sachverhalten zu befassen. Ein solcher „Rosenkrieg“ sei Sache von Rosamunde Pilcher, nicht Sache des Gerichts.

So wurde das Verfahren dann – endlich – eingestellt. Das hätte man schneller und günstiger haben können.

RA Müller

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