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Manche Mandanten….

September 12, 2011

Manchmal hat man das, da ist man stolz auf seine eigene Leistung. Wirklich.

So in diesem Fall. Mietrechtsfall, bei der Mandantin war ein Wasserschaden eingetreten, die Mieter über ihr hatten das Wasser laufen lassen, dieses war in die Wohnung der Mandantin eingedrungen.

Die Mandantin – ein echtes HB-Männchen – wollte raus aus der Wohnung, so schnell wie möglich. Miete mindern auf Null, außerordentliche fristlose Kündigung und am besten noch Schadensersatz.

Problem: Die Mandantin selber gibt an, dass die Wände inzwischen wieder trocken seien, es rieche aber noch („ganz schlimm“); Angebote des Vermieters die Möbel in einer anderen Wohnung unterzustellen werden rigoros und ohne nachvollziehbare Begründung abgelehnt. Spätestens hier gingen alle Alarmglocken an – riecht es wirklich so schlimm? Ausreichend schlimm um eine fristlose Kündigung oder auch nur eine Minderung auf Null zu rechtfertigen?

Und Schadensersatz? Ein Vertretenmüssen des Vermieters dürfte bei dieser Konstellation schlicht nicht nachzuweisen sein.

Auf diese Probleme und das damit verbundene Risiko (betreffend die Zahlung der zu ggf. zu unrecht geminderten Miete innerhalb der Frist einer ordentlichen Kündigung) hatte ich die Mandantin hingewiesen und dann Kontakt mit dem Vermieter per Telefon aufgenommen.

Dieser zeigte sich aber sehr einsichtig. Zwar lägen wohl keine hinreichenden Gründe für eine außerordentlich fristlose Kündigung vor (naja, darüber mag man ja streiten), man sei aber bereit, einen Aufhebungsvertrag zu schließen.

Die Mandantin sollte lediglich die Nebenkostenvorauszahlungen für September übernehmen, dann werden man das Mietverhältnis mit Ablauf des Monats beenden. Keine Kaltmiete, keine Oktober- und Novemberzahlungen. Angesichts des erheblichen Risikos – auch hinsichtlich etwaiger Prozesskosten, die Mandantin ist nicht rechtsschutzversichert – ein geradezu idealer Vergleich. Und so schnell, insgesamt vielleicht 20 Minuten Arbeit.

Zu früh gefreut.

Lediglich der Vorschlag (!) einen derartigen Vergleich zu schließen, führte dazu, dass die Mandantin das Mandat kündigte.

Gut, von mir kriegt sie jetzt eine abschließende Rechtsanwaltsgebührennote und den Gegner informiere ich, dass das Mandat hier beendet ist. Vielleicht werde ich später noch mitbekommen, ob es ein Verfahren über die ausstehenden Mietzinsen gegeben hat und wieviel die Mandantin dann im Ergebnis zahlen wird. Das könnte sehr viel mehr sein als die Nebenkostenvorauszahlung für September.

RA Klenner

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4 Kommentare

  1. Naja, das Problem ist ja immer die Kosten auch einzutreiben.
    Flatterhafte Leute sind heute hier und morgen dort und mit dem Einwohnermeldeamt nimmt man es auch nicht so genau.
    Auf dem Vermieter kommt jedenfalls noch eine Menge schreibarbeit zu.


    • Also – Vorschuss hatte ich genommen und die -derzeitige- Adresse der Mdt. ist mir natürlich bekannt. Aber der Vermieter tut mir auch etwas leid – so schnell wie da der Vergleich geschlossen wurde, bin ich mir ziemlich sicher, dass der ganz froh war, dass sich ein greifbares Ende abzeichnete…;-)


  2. Ich will ja nicht unken, aber vielleicht will sich die Mandantin auch nur die Einigungsgebühr „sparen“?


    • Ich will es nicht ausschließen. Aber es klang nicht so…



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