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Szenen aus dem Gerichtssaal XVII – Die Mathematik-Stunde

Oktober 19, 2011

Das Gericht war etwas in Verzug, da die vor meinem Termin angesetzte Verhandlung sich deutlich in die Länge zog. Dort wurde eifrig gerechnet, wobei es nicht ganz einfach war, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Es waren Mietforderungen eingeklagt worden. Der Klagebetrag war allerdings zu hoch, eine zum Teil berechtigte Mietminderung war erfolgt und ein Teilbetrag der Mietforderungen war nach Einreichung der Klage durch die Mieter gezahlt worden.

Das Gericht begann sinngemäß mit „Sie beantragen dann sicher, den Beklagten zu verurteilen, noch X zu zahlen„, nehmen die Klage in Höhe von Y zurück und erklären die Klage im Hinblick auf Z für erledigt.“

Der den Kläger vertretende Kollege verneinte dieses und nannte abweichende Zahlen. Dieses leitete ein längeres Rechenspiel ein, bei dem Gericht und Kläger wiederholt mit neuen Beträgen wafwarten konnten.

Irgendwann gab der Kollege auf und bat das Gericht sinngemäß:

„Sagen Sie mir einfach, was ich jetzt beantragen soll. Ich habe den roten Faden verloren.“

Der folgende, vom Gericht vorgegebene Antrag, schien dann zumindest auf Einvernehmen aller Beteiligten zu stoßen.

RA Müller

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One comment

  1. Zu Ausbildungszeite hatte ich gelernt, zu Verhandlungen stets einen Taschenrechner mitzunehmen. Heute habe ich meistens zusätzlich noch den Laptop dabei und kann notfalls Excel befragen. Hilft zum Veranschaulichen der Rechnungen ungemein.



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