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Vorhersehung?

Januar 16, 2012

Ob der Amtsrichter über übernatürliche Kräfte verfügt?

In einer Strafsache war nach Aktenlage nicht zu erwarten, daß der Angeklagte ein Geständnis ablegen würde. Das Gericht hatte immerhin fünf Zeugen geladen, die Aussagen zu dem Ablauf einer Körperverletzung tätigen sollten. Ich hatte mir im Kalender vorsorglich zwei Stunden reserviert. Auf dem Gerichtsflur stellte ich dann fest, daß das Gericht deutlich optimistischer geplant hatte. Nur 25 Minuten waren für die Sache eingeplant. Rechnet man die Zeit für Feststellung der Personalien, Einlassung des Angeklagten, Urteilsverkündung etc. ab, so hätten die Zeugen wohl allenfalls noch Zeit gehabt, zu nicken oder den Kopf zu schütteln.

Aber siehe da: Mehrere Zeugen – darunter der Anzeigeerstatter – blieben ohne Angabe von Gründen fern, so daß die Sache kurzerhand vertagt wurde. Ob das Gericht die fehlenden Zeugen, die sich jetzt über ein Ordnungsgeld freuen dürfen, kannte und schon so etwas geahnt hatte?

Sei es wie es sei: Zu dem nächsten Termin können jetzt auch gleich einige weitere Zeugen geladen werden, auf die bezogen ich Beweisanträge in der Tasche hatte. Da sollten dann einige Minuten mehr eingeplant werden.

RA Müller

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