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Betrugsmasche „Warenagent“

Januar 17, 2012

In einem Internet-Chat nimmt Person A zu Person B Kontakt auf. Nach einiger Zeit des eher beiläufigen Kontakts berichtet A, daß sie B gerne treffen würde, aber derzeit im Ausland festsitzen würde. Sie komme eigentlich aus Deutschland und wolle gerne dahin zurück, allerdings fehle ihr das erforderliche Kleingeld.

B wird zunächst mißtrauisch, doch dann versichert A, von B gar kein Geld haben zu wollen. Freunde würden ihr finanziell unter die Arme greifen. A fragt allerdings, ob sie ihren Freunden nicht die Kontodaten von B geben dürfe. Ihre Freunde würden das Geld dann jeweils an B überweisen, der es dann bitte gesammelt an sie weiterleiten möge. Da sie auf kein eigenes Konto zugreifen könne, möge er das Geld über die Western Union transferieren. Es sei dann günstiger, eine Sammelüberweisung zu tätigen, als wenn ihre Freunde ihr das Geld einzeln transferieren würden.  Sobald sie dann in Deutschland sei, wolle sie B dann gerne persönlich treffen.

Irgendwie freut sich B, daß ihm A so ein Vertrauen entgegenbringt. Helfen möchte er ihr natürlich auch gerne und einem späteren Treffen war er erst recht nicht abgeneigt. Ohnehin war die Sache doch eigentlich risikofrei, oder? Schließlich sollte er nur Geld, das ihm Dritte zur Verfügung stellten, an A weiterleiten.

Das Unheil brach dann allerdings doch über den überraschten B herein, als er – deutlich später – erfuhr, daß A über sein Konto betrügerische Geschäfte abgewickelt hatte, wobei die geprellten Kunden jetzt reihenweise Ersatzansprüche an B herantrugen und Strafanzeigen erstatteten…

In einem solchen gegen B geführten Verfahren fand sich dann zunächst folgender Vermerk der Polizei:

„Der Beschuldigte hat versucht, von seiner eigenen Schuld in Sachen Warenbetrug abzulenken. Er hat einen Vorwand gefunden, namentlich eine vermeintliche Bekannte in den USA, der er angeblich helfen wollte.“

Gut für den Mandanten war es, daß die Unbekannte ganz systematisch vorgegangen ist und er nicht der einzige „Warenagent“ war, so daß sich letztlich zugunsten des Mandanten herausgestellt hat, daß es die Unbekannte eben doch gibt und sie die Masche mehr als einmal abgezogen hat.

RA Müller

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5 Kommentare

  1. Das ist ein sehr interessanter Beitrag.
    Manchmal empöre ich mich über die Unvernunft und Leichtfertigkeit mancher User im Zusammenhang mit Internetbetrug. Diese Masche ist aber neu und nicht so leicht durchschaubar.
    Klar hätte das Opfer mit einfachen Fragen (z. B. warum nicht einer der Freunde den Transfer übernimmt) den Betrug durchschauen können.


  2. Das Opfer wird aber ganz andere Sachen im Kopf gehabt haben, als derartige Bagatellen. …. Blutversorgung des Hirns und so ….


  3. Wer so dämlich ist …. hat es nicht anders verdient.


  4. – off-topic Kommentar entfernt –


  5. […] […]



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