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Strafverteidigung ohne Internet – undenkbar?

April 25, 2012

Mag das Internet auch in mancherlei Hinsicht eher Fluch als Segen sein, so kann der Nutzen des Internets im Rahmen der Strafverteidigung doch enorm sein. Die Rechtsprechungsrecherche erleichtert es etwa enorm. Zu vielen – auch eher abseitigen – Fragen lassen sich sogar umfassende wissenschaftliche Publikationen finden.

Jetzt hatte ich einen Mandanten, der bei einer Straftat vermutlich unter der Wirkung einer psychedelischen Substanz stand, deren Bezeichnung er allerdings nur als Abkürzung kannte.

Über das Internet ließ sich in kürzester Zeit herausfinden, um welche Substanz es sich handelte, welche Wirkungen die Substanz je nach Dosierung hat und mit welchen Wirkstoffzeiten sie einhergeht. Ich möchte gar nicht wissen, ob und gegebenenfalls mit welchem Aufwand man vor den Zeiten des Internets an solche Informationen gekommen wäre, zumal ich befürchte, daß man angesichts einer solchen wohl eher abseitigen Substanz auch nicht von jedem Mediziner eine zielführende Antwort hätte erwarten dürfen.

Mögen die Informationen aus dem Internet auch im Einzelfall mit Vorsicht zu genießen sein, zumal sie wie hier durch den Vetreidiger nicht zu überprüfen sind, so bieten sie der Verteidigung doch eine wertvolle Grundlage.

Mein Mandant hatte die Einnahme der Substanz übrigens bereits vor längerer Zeit den Ermittlungsbehörden mitgeteilt, ohne daß daraufhin insoweit nähere Erkundigungen eingeholt worden sind.

RA Müller

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