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„Sehen Sie sich doch nur einmal diese Verletzungen an!“

April 26, 2012

In seinem – im Übrigen durchaus wohlklingenden – Plädoyer stellte der Staatsanwalt auf die massiven Verletzungen des Geschädigten ab. Mehrfach verwies er darauf, daß das Gericht samt Schöffen sich die in Augenschein genommenen Lichtbilder noch einmal vergegenwärtigen möge. Die Verletzungen des Opfers bezeugten die Brutalität, mit welcher die Angeklagten vorgegangen seien. Angesichts solcher Verletzungen sei eine erhebliche Freiheitsstrafe zu verhängen.

Grundsätzlich ist ein solcher Vortrag nicht zu beanstanden.

Vorliegend hatte der Geschädigte allerdings eingeräumt, unmittelbar vor dem angeklagten Vorfall von einer dritten Person „wiederholt ins Gesicht geschlagen und getreten“ worden zu sein. Diese Person wolle er aber nicht verfolgt wissen. Anders als gegen die beiden Angeklagten habe er gegen die dritte Person nichts.  

Vergegenwärtigt man sich, daß die anschaulich dokumentierten Verletzungen auch auf den Übergriff dieser dritten Person zurückzuführen sein konnten, so löst sich der Verweis auf die Mitleid erweckenden Lichtbilder und die damit verbundene Strafschärfung in Wohlgefallen auf.

Ebenso sah es dann auch das Gericht, so daß die Angeklagten mit dem sprichwörtlichen blauen Auge davongekommen sind.

RA Müller

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