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„Ich kann doch nicht auf jedes Hupsignal achten!“

Mai 9, 2012

Der Mandant fuhr auf eine private Auffahrt, um sein Fahrzeug zu wenden. Als er nun mit seinem Fahrzeug dort stand und auf eine Lücke im Verkehr wartete, beschloß der Grundstückseigentümer, sein Grundstück mit seinem Pkw rückwärts fahrend zu verlassen.

Die Auffahrt war recht lang, so daß der Mandant zunächst warnend ein Hupsignal gab.

Der Grundstückseigentümer reagierte hierauf nicht und fuhr weiter auf ihn zu.

Leicht beunruhigt („Der wird doch wohl nicht…“) hupte der Mandant mehrfach durchdringend.

Der Grundstückseigentümer reagierte hierauf nicht und fuhr weiter auf ihn zu.

Nun reichlich nervös beschloß der Mandant, mit einem Dauer-Hupsignal auf sich aufmerksam zu machen.

Der Grundstückseigentümer reagierte hierauf nicht und fuhr weiter auf ihn zu … bis die Kollision seiner Fahrt ein jähes Ende bereitete.

Auf die Frage, ob er denn die Hupsignale nicht gehört habe, erfolgte sinngemäß folgende Erwiderung:

„Doch, das Hupen habe ich gehört. Aber ich kann doch nicht auf jedes Hupsignal achten!“

Ich kann nur mutmaßen, daß sein Versicherer nur fassungslos mit dem Kopf geschüttelt hat. Jedenfalls hat der Versicherer den Fahrzeugschaden anstandslos beglichen.

RA Müller

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6 Kommentare

  1. Nun möchte ich wieder mal meinen „Senf“ dazugeben: Das grenzt ja schon an Vorsatz, oder?


    • Aus Sicht meines Mandanten: Lieber nicht, denn dann müßte der Versicherer nicht für den Schaden aufkommen (weder im Innenverhältnis zum Versicherungsnehmer, noch im Außenverhältnis zum Geschädigten).


  2. Natürlich hat der Versicherer den Schaden beglichen – ein Vorsatz ist schwer nachzuweisen. Er hat maximal vorsätzlich die Hupe ignoriert, aber nicht vorsätzlich das Auto gerammt.

    Interessant wäre an dieser Stelle überdies zu erfahren, wie alt der „Rammbock“ denn gewesen ist…


    • Über das Fahrzeug des Unfallgegners liegen mit leider keine näheren Angaben vor 😉


  3. Nein, ich meinte mit Vorsatz das starrsinnige Verhalten mit der Geisteshaltung:
    „Hier ist MEIN Grundstück. Hier kann ICH tun und lassen, was ICH will und schere mich nicht um Dinge, die sonst im Universum geschehen!“
    Ich glaube, darauf zielt auch die Frage von Herrn Klaus – Altersstarrsinn.


  4. Entschuldigung Lutz, da habe ich den Kommentar falsch verstanden. Umso erfreulicher, dass sie meinen dann doch besser verstanden haben. 🙂



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