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Krieg und Frieden

Juli 19, 2012

In erster Instanz war das Klima irgendwie unerfreulich, obgleich der Mandant das Kerngeschehen eingeräumt hatte.

Der Geschädigte war als Nebenkläger zugelassen und ließ sich als solcher anwaltlich vertreten. Der Nebenklägervertreter forderte nachdrücklich eine harte Strafe für meinen Mandanten. Entlastungszeugen, die mildernde Umstände bekundeten, warf das Gericht vor, Falschaussagen zu tätigen. Je stärker diese Vorwürfe an die Zeugen herangetragen wurden, desto verunsicherter reagierten die Zeugen, desto stockender kamen ihre Aussagen. Dieses „Stocken“ wurde dann als weiteres Indiz dafür gewertet, daß die Aussagen falsch waren.

Das Gericht hatte schließlich mit dem Urteil (zunächst) das „letzte Wort“, das für den Mandanten eher unschön endete.

Nun standen wir in der Berufungsverhandlung und siehe da: Die Wogen glätteten sich. Der Nebenkläger war ohne seinen Anwalt erschienen. MEs erfolgte eine Versöhnung zwischen ihm und meinem Mandanten, welcher noch die Zahlung von Schmerzensgeld anbot. Der Nebenkläger erklärte, daß die Sache für ihn mit der Zahlung eines symbolischen Betrages erledigt sei. Um Schmerzensgeld sei es ihm nie gegangen. Die Sache habe er abgehakt. Es habe doch gar nicht so weit kommen müssen.

So endete dann nicht nur das Zusammentreffen zwischen den beiden Beteiligten erfreulich. Auch das Berufungsverfahren nahm für meinen Mandanten einen günstigen Verlauf. Eigentlich ist es nur schade, daß es hierfür der zweiten Instanz bedurfte.

RA Müller

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