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Sonderbares Prozeßverhalten – Nur weil „Bank“ draufsteht, steckt nicht „Wirtschaftliches Denken“ drin

Juli 27, 2012

Eine große Bank hat es auf eine Klage ankommen lassen. Die Mandantin wollte Geld. Die Bank wollte es behalten. Das Verfahren zog sich über gut zwei Jahre hin.

Nach mehreren Verhandlungsterminen teilte das Gericht schließlich mit, daß die Klägerin dem Grunde nach wohl Recht habe.

Die Bank zeigte sich uneinsichtig und blieb dabei, daß der Klägerin kein Zahlungsanspruch zustehe. In jedem Fall aber sei die Forderung viel zu hoch angesetzt.

Das Gericht unterbreitete schließlich zur Forderungshöhe einen Vergleichsvorschlag.

Angesichts der langen Prozeßdauer und der bei einer Verurteilung sicher zu erwartenden Berufung durch die Banl war die Klägerin gewillt, den Vergleich abzuschließen. Doch die Bank weigerte sich standhaft. Sanfte Überzeugungsversuche des Gerichts verhallten ungehört. Man vertrat weiterhin die Auffassung, daß der Klägerin kein Anspruch zustehe.

Daraufhin erging das zu erwartende Urteil, mit dem die Bank in voller Höhe zur Zahlung verurteilt wurde.

Statt der erwarteten Berufung erfolgte nun ein Schreiben der Bank mit der Frage, wohin der Urteilsbetrag gezahlt werden soll.

Eine Frage bleibt: Wenn man ohnehin keine Berufung einlegen wollte und das Gericht seine Auffassung doch mehrfach klar bekundet hatte, warum hat man dann nicht den günstigeren Vergleichsvorschlag angenommen?

RA Müller

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One comment

  1. Und da wundert sich noch jemand, dass den Banken reihenweise das Geld ausgeht und sie „gerettet“ werden müssen? 😉



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