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My home is my castle

August 6, 2012

Der Angeklagte wurde beschuldigt, Gegenstände aus einem Gartenhäuschen entwendet zu haben. Spuren eines Einbruches ließen sich nicht feststellen. Ohnehin war unklar, wann der Angeklagte die Tat begangen haben sollte. Der Geschädigte konnte nur bezeugen, wann er die Gegenstände zuletzt in Verwendung hatte und wann ihm deren Fehlen aufgefallen war. Der dazwischen liegende Zeitraum belief sich auf knapp ein Jahr.

Dem Gericht ging es nun um die Frage, ob das Gartenhäuschen – wie es die Anklageschrift annahm – zum Zeitpunkt des Diebstahles abgeschlossen gewesen war.

Der Zeuge behauptete hierzu forsch, daß das Häuschen zum Zeitpunkt der Entwendung der Gegenstände  selbstverständlich abgeschlossen war. Es sei immer abgeschlossen.

Auf die zweifelnde Nachfrage, ob das Häuschen denn wirklich über ein Jahr hinweg niemals über ca. 1-2 Stunden nicht abgeschlossen war, reagierte der Zeuge etwas ungehalten. Ja, das könne schon sein. Aber dann habe er es auf jeden Fall im Auge gehabt. Selbst wenn er sich nicht direkt in der Nähe des Häuschens aufgehalten haben sollte, so habe er dann zumindest den Zugang zum Grundstück im Blick gehabt.

Man könnte fast meinen, er hätte in dem Gartenhäuschen die Kronuwelen aufbewahrt (…oder die Einstandspflicht eines Versicherers hinge von der Frage ab, ob es ordnungsgemäß abgeschlossen war).

RA Müller

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