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Das Ketten-Mandat

August 20, 2012

Der Mandant bat mich dringend, einen seiner Nachbarn anzuschreiben. Dieser lasse ein Fahrzeug stets so vor seinem Grundstück auf der Straße stehen, daß er sein Grundstück nicht ungehindert verlassen könne. Seine Nachbarin, die ich in einer anderen Sache vertreten hatte, habe ihm empfohlen, sich an mich zu wenden. Alle bisherigen Versuche, den Nachbarn dazu zu bringen, von seinem Verhalten abzulassen, hätten keine Früchte getragen.

Auf das entsprechende Schreiben an den „Störer“ meldete sich die Nachbarin meines Mandanten und richtete mir von meinem Mandanten aus, daß das Anwaltsschreiben Wunder bewirkt habe. Tatsächlich könne mein Mandant sein Grundstück seitdem stets ungehindert verlassen.

Sie fragte mich dann allerdings, ob ich für Sie auch solch ein Schreiben aufsetzen könnte. Der Störer stelle sein Fahrzeug jetzt nämlich stets vor ihrem Grundstück ab…

Da fragt man sich unwillkürlich, wie viele Hausnummern es in der Straße noch gibt…

 RA Müller

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5 Kommentare

  1. Hehe. Da ist das Einkommen gesichert 🙂


  2. Ich hätte da die Polizei geholt, die sind meiner Meinung nach für im öffentlichen Raum behindernd abgestellte Fahrzeuge zuständig.
    Aber ich gönne Ihnen natürlich den Auftrag.


  3. Abschleppen?
    Oder was muss passiere bis man ein Auto abschleppen darf, dass die Einfahrt zuparkt?


    • Den Abschleppunternehmer muß man zunächst selbst bezahlen, um dann selbst den Störer auf Zahlung in Anspruch zu nehmen. Wenn der dann allerdings kein Geld hat, bleibt man auf dem Schaden sitzen.


      • Wo stand denn das störende Kfz?

        Wenn das störende Kfz auf privatem Grund steht, darf ich abschleppen lassen und muß die Kosten vorstrecken.
        „Kein Geld“ sehe ich weniger als Problem, könnte man doch das abgeschleppte Kfz als Pfand behalten. Jedenfalls macht das die berühmt-berüchtige „Parkräume KG“ so.

        Wenn das störende Kfz auf öffentlichem Grund steht, darf ich nicht selbst abschleppen lassen, sondern muß die zuständige Ordnungsmacht (Polizei, Ordnungsamt) bitten, den Zustand zu berichtigen.
        Dann muß ich aber auch nicht in Vorleistung treten.
        Oder hat sich da was geändet?



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