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Eingeschränkter Sprachschatz?

September 6, 2012

Das Amtsgericht hatte eine gegen meinen Mandanten eingereichte Klage abgewiesen, da das Gericht den Aussagen der durch den Kläger benannten Zeugen keinen Glauben geschenkt hatte. Nach den Feststellungen des Gerichts wirkten die Aussagen abgesprochen.

Tatsächlich hatten der Kläger und „seine“ Zeugen in großen Teilen sogar dieselben Worte benutzt, um den angeblichen Geschehensablauf zu beschreiben. Auch auf mich wirkten die Aussagen abgesprochen beziehungsweise auswendig gelernt.

Gleichwohl legte der Kläger gegen das Urteil Berufung ein. Das Amtsgericht habe berücksichtigen müssen, daß die Zeugen als Ausländer nur über eingeschränkte Deutschkenntnisse verfügten. Es sei „in diesen Kreisen nicht unüblich“, sich in identischer Weise zu äußern.

Man muß meines Erachtens gar nicht wissen, daß die erstinstanzliche Beweiswürdigung im Zivilrecht mit der Berufung nur in engen Ausnahmefällen korrigiert werden kann, um zu erahnen, daß dieses Argument die zweite Instanz nicht zu überzeugen vermochte.

RA Müller

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