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Berüchtigter Gegner

September 18, 2012

Der „Gegner“ meines Mandanten strapaziert – nicht zuletzt durch völlig überzogene Forderungen, stetige Anwaltswechsel sowie selbst verfaßte, vielseitige und weitestgehend unsubstantiierte Schriftsätze – die Nerven aller Verfahrensbeteiligten. 

Im Gerichtstermin – er sollte die Mietwohnung wegen Nichtzahlung der Miete räumen – bot er in all seiner Großzügigkeit einen Vergleich an. Meine Mandanten müßten nur einen höheren fünfstelligen Betrag zahlen, schon würde er die Wohnung „freiwillig“ räumen.

Das Gericht fragte dann auch gar nicht erst, ob wir diesen Vergleich annehmen würden und quittierte den Vergleichsvorschlag mit einem Kopfschütteln. Wenig später erging das Räumungsurteil.

Seit ich durch diesen Prozeß auf den Prozeßgegner aufmerksam geworden bin, ist mir dieser Name an den verschiedensten Stellen über den Weg gelaufen.

So führte der Prozeßgegner verschiedene Zivilverfahren gegen seine Nachbarin.

Bereits bei zwei Gelegenheiten durfte ich den Namen des Prozeßgegners am AMtsgericht lesen, wo in Strafsachen gegen ihn verhandelt werden sollte.

Zuvor hatte die Zeitung berichtet, daß er in einer anderen Strafsache bereits verurteilt worden war.

Ach ja, das Gewerbeaufsichtsamt ermittelte ebenfalls gegen ihn.

Danach scheint es sich um eine vielbeschäftigte Person zu handeln, der man allerdings wohl besser keine Wohnungen vermieten sollte…

RA Müller

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6 Kommentare

  1. Jetzt komme ich auf den Gedanken, dass ich bei der Suche nach einem neuen Mitbewohner ein polizeiliches Führungszeugnis hätte verlangen sollen. Mist, zu spät.


  2. Inzwischen ist es sinnvoller, auf Selbstauskünfte, Gehaltszettel und Mietschuldenfreiheitsbestätigungen etc. komplett zu verzichten und sich stattdessen die Kontoauszüge der letzten 6 Monate sowie die letzten Steuerbescheide zeigen zu lassen. Und wer sich soweit nicht offenbaren will, soll woanders mieten.


    • Ich will mich jedenfalls nicht soweit offenbaren. Was zu weit geht, geht zu weit. Ich bin nicht bereit für meinen Vermieter, der transparente Mieter zu sein


    • Na, dann hoffe ich doch, dass Sie als Vermieter zur gleichen Selbstauskunft bereit sind. Ich hatte mal einen Vermieter, der aus Geldmangel die Energieversorger nicht bezahlt hat, so dass diese mir mit der Einstellung der Versorgung drohten. Ich musste dann notgedrungen die Rechnung für das ganze Haus übernehmen und auch die Rückstände ausgleichen.


  3. Wenn man an solche Knalltüten gerät, dann darf man über Jahre hinweg leiden.

    Bekannte hatten eine selbstständige Immobilienmaklerin(!) als Mieterin, die nach einem Räumungsurteil wegen Mietschulden ernsthaft 10.000 Euro für den schnellen Auszug gefordert hat. Sie bot auch gnädig an, die Wohnung als Maklerin anschließend zum Verkauf zu vermitteln.

    Ein einfacher Verkauf hätte keinen Erfolg gehabt, denn die Wohnung erwies sich nach dem Auszug (ohne gezahltes Handgeld) als völlig verdreckt, verwüstet und teilweise mutwillig zerstört. Wenn wundert es noch: Es stellte sich heraus, dass auch der Vorvermieter ein sehr ähnliches „Dreckserlebnis“ hatte und nach dem Auszug mit horrenden Schadensersatzforderungen für angeblich gestohlene wertvolle Gegenstände aus dem Keller konfrontiert wurde. Zuvor hatte die Dame jedoch eidesstattlich erklärt, kein Eigentum an Wertgegenständen zu haben.



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