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Die Verteidigung kann zaubern

Oktober 10, 2012

Nach einer viertägigen Hauptverhandlung, die die – zum Teil mehrfache – Vernehmung zahlreicher Zeugen beinhaltete erging heute das Urteil. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft zwar wegen mehrerer Vorwürfe einen Freispruch beantragt, im Hinblick auf die verbleibenden Anklagepunkte indes immer noch eine Freiheitsstrafe gefordert, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden konnte. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Der vorsitzende Richter leitete die Begründung des den Angeklagten vollumfänglich freisprechenden Urteils sinngemäß mit den folgenden Worten ein:

„Es handelt sich hier um das merkwürdigste Verfahren, das ich in meiner mittlerweile gut 30-jährigen Laufbahn als Richter erlebt habe. Es ist eindrucksvoll, daß sich die Tatvorwürfe vor den Augen des Gerichts geradezu magisch in Luft aufgelöst haben.“

Aus Sicht der Vetreidigung (ich verteidigte gemeinsam mit einem Kollegen) hielt sich das Ausmaß an Zauberei in Grenzen.

Ein Teil der Anklagevorwürfe beruhte in unseren Augen auf bloßen Vermutungen, im Hinblick auf welche von Beginn an nicht zu erkennen war, wie hier ein Tatnachweis geführt werden sollte. Aber wer will sich beschweren, wenn den Verteidigern magische Fähigkeiten nachgesagt werden?

RA Müller

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