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Ich sage nichts und möchte meinen Anwalt sprechen

November 13, 2012

Der stete Rat des Verteidigers an Mandanten ist es, zunächst keine Angaben zur Sache zu tätigen, damit der Verteidiger zunächst Akteneinsicht nehmen kann. Eine Einlassung kann dann – soweit erforderlich – immer noch abgegeben werden.

Ganz stolz auf sich berichtete mir vor einiger Zeit ein Mandant, daß er „gerichtserfahren“ sei. Er habe bei seiner Vernehmung durch die Polizei „nichts zur Sache gesagt“ und stattdessen gebeten, seinen Anwalt zu verständigen.

In der Akte liest sich das leider eher so:

„Zur Sache sage ich hier nichts. Ich kann allenfalls erzählen, daß (es folgt eine längere Darstellung). So, jetzt möchte ich meinen Anwalt sprechen.“

Die Auffassung, was man unter „nichts“ versteht, geht ersichtlich auseinander. Das mag allerdings die Aussage so manches Beschuldigten relativieren, der im Brustton der Überzeugung bekundet, „nichts“ gemacht zu haben.

RA Müller

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2 Kommentare

  1. Autsch, das tut weh! Auch im Arbeitrecht erlebe ich es ab und zu, dass es besser wäre, manch Mandant würde lieber weniger als mehr sagen. Aber leider besteht oft ein gewisser Mitteilungsdrang vor Gericht.


  2. Manchmal hat man Glück und es geht trotzdem gut aus…

    http://www.kanzlei-hoenig.de/2012/rechtsgespraech-ohne-verteidiger/



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