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Der überraschende Ortstermin

November 28, 2012

Ob es nun eine Verzögerungsstrategie darstellte oder allein der Suche nach der Wahrheit dienen sollte: Jedenfalls regte die Verteidigung in einer Strafsache, in der ich die Nebenklägerin vertrat,  an, sich den Ort des Tatgeschehens zu besehen. Das Gericht werde dann zu der Erkenntnis gelangen, daß sich die Tat angesichts der räumlichen Verhältnisse nicht so wie angeklagt ereignet haben könne.

Das Gericht beschloß kurzerhand, dem Ansinnen nachzukommen, so daß sich der Richter, die beiden Schöffen, die Protokollführerin, der Angeklagte, der Verteidiger, ein Berichterstatter der Presse sowie meine Person kurzerhand in die Autos setzten und zum Ort des Geschehens fuhren.

Gebracht hat es dem Angeklagten allerdings nichts. Neue Erkenntnisse ergaben sich aus dem Ortstermin nicht und der Angeklagte, den zuvor mehrere Zeugen belastet hatten, wurde zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Nun darf er wohl demnächst eine JVA besichtigen…

RA Müller

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2 Kommentare

  1. Und der Staatsanwalt?


    • Huch, den habe ich glatt vergessen. Freudsche Fehlleistung des Verteidigers, der ausnahmsweise die Nebenklage vertrat 😉



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