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Die Staatsanwaltschaft kann auch anders

Dezember 19, 2012

 Manche Strafverfahren schreien aus Verteidigersicht geradezu nach einer Einstellung, auch wenn diese Auffassung von den Strafverfolgern nicht stets geteilt wird.

In einem solchen Strafverfahren hatte ich mich im Ermittlungsverfahren bereits um eine Einstellung bemüht. Der strafrechtliche Vorwurf war gering, die Mandantin nicht vorbestraft und eine Wiederholung stand nicht zu befürchten. Der zuständige Staatsanwalt war mit einer Einstellung leider nicht einverstanden und erhob Anklage gegen meine Mandantin.

Entsprechend kam es kürzlich zur Hauptverhandlung. Vier Zeugen waren geladen worden. Der nun in der Verhandlung anwesende Staatsanwalt betrachtete eine Verurteilung erfreulicherweise nicht als das Non-Plus-Ultra, sah die Sache vielmehr deutlich entspannter und äußerte sich auf meine erneute Anregung, das Verfahren einzustellen, wie folgt:

 „Ach wissen Sie, in diesen Verfahren triefe ich nicht gerade vor Verfolgungseifer.“

So wurde das Verfahren dann gegen eine kleine Auflage eingestellt, die Zeugen durften unverrichteter Dinge wieder den Heimweg antreten und der Mandantin fiel ein Stein vom Herzen.

RA Müller

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One comment

  1. und der Steuerzahler trägt die Verfahrenskosten, weil so ein Döskopp bei der STA nicht flexibel genug war, im Vorfeld einzustellen.



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