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Strafverteidiger? Aber wozu denn?

Januar 17, 2013

Der Mandant wurde einer gefährlichen Körperverletzung beschuldigt. Von der Polizei wurde er zur Vernehmung gebeten. Anlaß, einen Strafverteidiger hinzuzuziehen, sah der Mandant nicht. Also tätigte er bei der Polizei seine Aussage, wobei seitens der Polizei die Vermutung geäußert worden sein soll, daß die Sache sicherlich eingestellt werde.

Statt dessen erfolgte die Anklageerhebung.

Der Mandant sah auch jetzt noch keinen Anlaß, sich durch einen Anwalt vertreten zu lassen. Er war fest davon überzeugt, daß die Sache sich vor Gericht zu seinen Gunsten aufklären würde. Sogar einen Anruf der Eltern der Belastungszeugin hatte er erhalten, wobei diese ihm versicherten, daß ihre Tochter vor Gericht bestätigen werde, daß alles ein großes Mißverständnis sei.

In der ersten Instanz kam alles ganz anders und es erfolgte die Veurteilung zu einer Freiheitsstrafe.

Erst jetzt dämmerte dem Mandanten, daß eine anwaltliche Vertretung vielleicht doch ganz nützlich sein könnte. In der 2. Instanz bedurfte es einiger Anstrengung seitens der Verteidigung bis das Verfahren dann schließlich eingestellt wurde. Selbstverständlich war das nach Aktenlage keineswegs.

Beschuldigte sollten bedenken, daß der Verteidiger, der bereits im Ermittlungsverfahren beauftragt wird, den größten Einfluß auf das Verfahren ausüben kann. Je weiter das Strafverfahren fortgeschritten ist, desto geringer ist der Handlungsspielraum der Verteidigung.

RA Müller

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