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Fiese Falle?

Januar 23, 2013

Der Mandant wollte sein Kfz verkaufen und hatte ein Inserat aufgegeben. Es meldete sich ein Kaufinteressent, der dann auch gleich mitteilte, das Fahrzeug kaufen zu werden. Eine Besichtigung sei nicht erforderlich.

Die beiden korrespondierten noch kurz per E-Mail, schlossen auf diesem Wege den Kaufvertrag und vereinbarten einen Termin zur Abholung des Kfz.

Weiteren Interessenten, die sich meldeten, teilte mein Mandant mit, daß das Fahrzeug bereits verkauft sei und der Käufer das Fahrzeug auch bereits zwei Tage später abholen werde. 

Dann erfolgte ein überraschender Anruf: Der Anrufer teilte mit, das Fahrzeug nun doch nicht kaufen zu wollen. Er trete vom Vertrag zurück. Den für übermorgen angesetzten Abholtermin sage er daher ab.

Der Mandant zeigte sich nicht eben begeistert, wollte nun allerdings auch nicht auf Erfüllung des Vertrages bestehen und teilte zähneknirschend mit, daß er den Rücktritt akzeptiere.

Es meldeten sich anschließend noch zahlreiche weitere Interessenten und der Mandant veräußerte das Fahrzeug kurzerhand anderweitig.

Dann erfolgte der zweite überraschende Anruf: Zwei Tage später meldete sich nämlich der ursprüngliche Käufer. Er sei auf dem Weg, das Fahrzeug abzuholen. Auf den Rücktritt vom Vertrag angesprochen erwiderte er, solch ein Telefonat nie geführt zu haben.

Als er erfuhr, daß das Kfz bereits anderweitig veräußert worden war, verlangt er Schadensersatz: Er habe das Fahrzeug (ungesehen?) bereits anderweitig zu einem deutlich höheren Preis veräußert. Die Differenz habe mein Mandant ihm zu ersetzen. Auch habe er bereits eine Fahrkarte erworben, um das Fahrzeug abzuholen.  

An wen und zu welchem Preis er das Kfz (angeblich) bereits veräußert hatte, teilt er auf meine Nachfrage nicht mit. Das unterliege dem Datenschutz. Erst im Falle eines gerichtlichen Verfahrens werde er das offenlegen. Sein Anwalt sei bereits informiert. Der eigentliche Schaden sei auch deutlich höher als von ihm bislang behauptet. Wenn mein Mandant den großzügig niedrig gehaltenen Betrag nicht zahle, dann werde es richtig teuer werden.

Mein Mandant behielt die Nerven und hielt dem Drängen stand. Statt der angedrohten Klage folgte … nichts. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß mein Mandant abgezockt werden sollte.

RA Müller

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4 Kommentare

  1. Auf das verlangen von Schadensersatz hätte der Mandant einfach sagen sollen, er kümmere sich darum das Auto wiederzubekommen. Dann zum nächsten Schrottplatz fahren und ein baugleiches gerade noch fahrtüchtiges Auto günstig besorgen und für den ausgehandelten Preis an den Betrüger verkaufen (der Betrüger hat’s selbst ja nicht gesehen). Und bei Verweigerung dann selbst auf Erfüllung des Vertrages klagen…


    • Jaaa, wenn da nicht im Rahmen der Internet-Anzeige Bilder veröffentlicht worden wären 😉


  2. […] […]


  3. schon wenn jemand ein Auto ungesehen kauft ist doch eigentlich klar, dass da war nicht stimmt. Falls es nicht grade eh nur noch zum Ausschlachten getaugt hat…



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