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Szenen aus dem Gerichtssaal XXVII – „Deutliche Worte“

Januar 25, 2013

Der gegnerische Kollege hatte eine Klage eingereicht, bei welcher abzusehen war, daß ihr kein Erfolg beschieden sein dürfte. Die entscheidende Tatsache war streitig. Aussagekräftige Beweismittel standen dem Gegner nicht zur Verfügung.

Der Richter machte seine Auffassung dann auch gleich zu beginn der Verhandlung deutlich, indem er sich mit folgenden Worten an den Kollegen wandte:

„Ihre Klage ist überflüssig wie ein Kropf!“

Diese Bemerkung war dem Kollegen sichtlich unangenehm, zumal seine Mandantin neben ihm saß. Er verwies dann beinahe entschuldigend darauf, daß er die Problematik ja hinlänglich mit seiner Mandantin besprochen habe, diese aber Wert darauf lege, das Klageverfahren durchzuziehen.

Ob diese Bemerkung bei seiner Mandantin besser angekommen ist als jene des Richters, darf bezweifelt werden.

RA Müller

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One comment

  1. Dass man als Anwalt von Zeit zu Zeit mal Prügel abbekommt für eine falsche Entscheidung des Mandanten, gehört zum Beruf. Wenn man dann aber gerade die Prügel vom Richter bekommt, und dann wie Klein-Kläuschen sagt „ich bin gar nicht schuld, der dumme Mandant ist es“, das ist schäbig und niveau-niedrig.



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