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Unbekannt? Ich gebe Ihnen „unbekannt“!

Februar 12, 2013

Bisweilen wird etwas als Affront empfunden, das auf gar keiner bösen Absicht beruht. So hatte in einem Verfahren der Beschuldigte aus der Ermittlungsakte ersehen können, daß in dem dortigen Aufnahmebogen bei seiner Staatsangehörigkeit „unbekannt“ eingetragen worden war.

Dieses schien der Beschuldigte als Versuch zu empfinden, ihm seine deutsche Staatsangehörigkeit streitig zu machen, so daß er sich geradezu entrüstet an die Staatsanwaltschaft wandte:

Sein Vater habe im Krieg für Deutschland gekämpft, er selbst sei im Bombenhagel geboren worden und habe später mitgeholfen, Deutschland wieder bewohnbar zu machen. Über lange Jahre hinweg sei er Soldat gewesen und habe hierbei verschiedene Auszeichnungen erhalten. Es sei empörend, nun an seiner Staatsangehörigkeit zu zweifeln.

Der keinerlei Rechtsfolgen mit sich bringende Eintrag zur Staatsangehörigkeit hatte den Beschuldigten ersichtlich stärker getroffen als der eigentliche Tatvorwurf, der ihm unterbreitet wurde.

RA Müller

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4 Kommentare

  1. Wie lautete denn der Tatvorwurf? Landesverrat? 😉


    • Oder gar „Vorbereitung eines Angriffskrieges“? Aber nein, der Vorwurf betraf ein eher häufig vorkommendes Delikt aus dem menschlichen Mit- und Gegeneinander 🙂


  2. Manchmal lohnt es sich, einen Nebenkriegsschauplatz zu eröffnen, um vom Hauptgeschehen abzulenken.

    https://de.wikipedia.org/wiki/36_Strategeme



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