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„Was? Das war doch vorher viel mehr!“

März 6, 2013

Der durch einen Unfall Geschädigte wies meinen späteren Mandanten darauf hin, daß er durch den Unfall erhebliche Schmerzen erlitten habe. Aus den Arztberichten ergaben sich dutliche Zweifel an dem Umfang der Verletzung. Gleichwohl bot mein späterer Mandant dem Geschädigten die Zahlung eines Schmerzensgeldes von mehr als 2.000,- € an, um das Risiko eines Klageverfahrens zu vermeiden.

Der Gegner scheute ein solches Verfahren nicht und erhob Klage, welches sein gutes Recht war.

Der gerichtlich bestellte Sachverständige stellte allerdings zu seinen Ungunsten fest, daß die Behauptungen des Klägers zu dem Umfang der Verletzungen nicht ganz zutreffend waren. Auf dieser Grundlage sprach ihm das Gericht zwar ein Schmerzensgeld zu, indes deutlich weniger als ihm die Beklagte außergerichtlich angeboten hatte.

Sichtlich unbegeistert legte der Gegner gegen das Urteil Berufung ein. Es könne nicht sein, daß er weniger Schmerzensgeld erhalte als ihm von der Beklagten außerhalb des Verfahrens bereits angeboten worden war.

Doch, das kann sein. Dieses Geschehen nennt man „Prozeßrisiko“.

RA Müller

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2 Kommentare

  1. Die Schmerzensgelder, die durch die Gerichte festgesetzt werden, sind in Deutschland doch sowieso ein Witz. Insofern ist das Streit auf banalem Niveau.


    • Gerade weil die Schmerzensgeld-Beträge vergleichweise gering sind, wird auch um kleinere Abweichungen gestritten. Bei größeren Beträgen würden die Geschädigten solche Abschläge sicherlich deutlich eher hinnehmen. Bei größeren Beträgen ist aber auch das Entgegenkommen von Versicherern größer.



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