h1

Das „Alibi“

Mai 28, 2013

Der Mitangeklagte meines Mandanten hatte sich zum Beweis dafür, daß er sich zur – zwei Jahre zurückliegenden – Tatzeit an einem anderen Ort befunden hatte, auf eine Zeugin berufen. Die Zeugin schilderte dem Gericht dann auch, daß der Mitangeklagte „die ganze Zeit“ bei ihr gewesen sei. Man habe sich in einem Einkaufscenter, zu dem auch eine Diskothek gehört, aufgehalten.

Tätigte die Zeugin diese Minimal-Aussage noch halbwegs sicher, so änderte sich dies bereits bei den ersten Nachfragen des Gerichts.

  • Vor welchem Hintergrund die Zeugin sich noch an genau diesen Tag vor zwei Jahren erinnere? Keine Ahnung…
  • Ob die Zeugin schon an diesem Tag von dem angeklagten Tatgeschehen erfahren habe? Keine Ahnung…
  • Wie lange die Zeugin an dem Tag mit dem Mitangeklagten zusammen gewesen sei? Keine Ahnung…
  • Welche Tageszeit es gewesen sei, also nachmittags, abends oder nachts? Keine Ahnung…
  • Ob man an diesem Tag ununterbrochen zusammen gewesen sei? Keine Ahnung…

Gut, daß der Mitangeklagte auf das Alibi nicht angewiesen war und es auch so zum Freispruch kam…

RA Müller

Advertisements

2 Kommentare

  1. […] Kollege Müller berichtet in einem Blogbeitrag auf „Kanzlei und Recht“ über eine Zeugin, die zugunsten eines Angeklagten aussagte, daß […]



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: