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In der Kürze liegt die Würze

Juni 4, 2013

Der Rechtsstreit drehte sich – wieder einmal – um die Frage, ob die Klägerin im Zuge eines Verkehrsunfalles eine HWS-Verletzung erlitten hatte. Zum Zeitpunkt der Begutachtung lag der Unfall fast zwei Jahre zurück. Beschwerden hatten nach Angaben der Klägerin nur über zwei Wochen hinweg vorgelegen, danach sei sie beschwerdefrei gewesen. Medizinische Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren waren nicht durchgeführt worden.

Gleichwohl sollte ein medizinischer Gutachter der Frage nachgehen. Man mag sich indes fragen, welche Erkenntnisse sich die Klägerin von der Einholung des Gutachtens versprach.

Der Gutachter neigte nicht zu einem „Kurzgutachten“ und berichtete zunächst umfassend über die Stimmungslage der Klägerin, ihre Aussprache, die Symmetrie ihres Gesichts, die Dichte ihrer Kopfbehaarung, das Aussehen von Ohren und Nase usw. Es folgt unter anderem eine Beweglichkeitsprüfung der Ellenbogen, Handgelenke und Fingergelenke der Klägerin … bevor der Sachverständige – wie zu erwarten stand – zu dem Ergebnis kam, daß er die behauptete HWS-Verletzung nicht belegen könne. Ob der Gutachter mangels Verletzungsanzeichen nicht wußte, mit welchen Angaben er sein Gutachten sonst füllen sollte und daher die medizinische „Bestandsaufnahme“ durchgeführt hat?

RA Müller

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One comment

  1. Besonders die Bestandsaufnahme der Kopfbehaarung ist faszinierend.

    Sofern Ihre Klägerin nicht an Trichotillomanie leidet, kann ich dem Zusammenhang nicht zur Hanswirbelsäule (sic) folgen. (Der Typo ist so schön, ich lass ihn drin).



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