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Wenn sich die Gegenseite da mal nicht verschätzt hat…

Juli 4, 2013

Mein Mandant hatte ein Leck in einer Dachgaube zu verantworten, durch welches tröpfchenweise Wasser in ein Gebäude eindringen konnte. Bevor mein Mandant sich kurz nach der Schadensmeldung selbst um das Leck kümmern konnte, dichtete der Gegner es provisorisch ab.

Meinem Mandanten stellte er hierfür in einem gerichtlichen Verfahren einen Betrag von 400,- € in Rechnung für „Arbeitsaufwand und Material“. Welcher Arbeitswaufwand angefallen und welches Material verwendet worden war, schilderte er dem Gericht nicht. Stattdessen berief er sich darauf, daß der Richter den angemessen Betrag doch bitte schätzen möge. Es werde sich erweisen, daß 400,- € durchaus angemessen seien.

Eine richterliche Schätzung ist grundsätzlich zulässig, setzt aber voraus, daß der Gegner hierfür hinreichende Anhaltspunkte liefert, die dem Gericht eine Schätzung überhaupt erlauben.

Dabei ist davon auszugehen, daß der Gegner hier bewußt keine näheren Angaben zu seinem „Aufwand“ getätigt hat. So hatte er die Leckstelle lediglich mit einer Folie abgedeckt. Diese Folie gehörte meinem Mandanten. 400,- € dafür zu verlangen, eine fremde Folie auf eine Leckstelle zu legen, ist sicherlich kein schlechter Stundenlohn…

RA Müller

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One comment

  1. Man kann’s ja mal versuchen… wird sich der Gegner gedacht haben.
    Ich hätte aber eigentlich noch Schmerzensgeld wegen des emotionalen Schadens und Nutzungsausfallentschädigung weil man das Gebäude ja *so* nicht nutzen kann erwartet.



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