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Die Sache mit der Strafhöhe

August 8, 2013

Der Mandant hatte mit einem Holzstab gegen das Bein eines seines Kontrahenten geschlagen. Dieser hatte hierdurch keine nennenswerten Verletzungen erlitten. Gleichwohl erging ein Strafbefehl, wonach gegen den Mandanten eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten ausgesprochen wurde, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Eigentlich hätte in diese Strafe eine Geldstrafe einbezogen werden können. Hiervon sah das Gericht ab, da neben der Freiheitsstrafe auch ein „finanzieller Denkzettel“ angebracht sei.

Gegen den Tatvorwurf an sich ließen sich keine Einwände erheben. Die Strafzumessung schien allerdings über dem angemessenen Rahmen zu liegen. Im Auftrage des Mandanten legte ich also Einspruch gegen den Strafbefehl ein.

In der Folge wurde aus der Freiheitsstrafe von sechs Monaten eine moderate Geldstrafe. Da durch diese Geldstrafe ohnehin ein „finanzieller Denkzettel“ vorlag, konnte die vorherige Geldstrafe einbezogen worden. Letztlich war man beim Erlaß des Strafbefehls von einem Einkommen ausgegangen, das über dem tatsächlichen Einkommen meines Mandanten lag, so daß die Tagessatzhöhe reduziert werden konnte.

Die Geldstrafe und die Freiheitsstrafe von sechs Monaten sind also zusammengeschmolzen worden auf eine Geldstrafe, die nur unerheblich über der vorherigen Geldstrafe lag.

Strafverteidigung kann also auch dann sinnvoll sein, wenn die Tat selbst nicht im Streit steht.

RA Müller

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