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Verheizt

September 2, 2013

Die Gegenseite hatte von meinem Mandanten eine Wohnung gemietet. Die Heizkosten betreffend hatte die Mieterin selbst den Vertrag mit dem Energieversorger abgeschlossen. Dessen Jahresabrechnung dürfte sie Mieterin indes überrascht haben, jedenfalls erhielt mein Mandant überraschend ein Anwaltsschreiben, wonach die Heizkosten höher als erwartet ausgefallen seien und sie nicht in der Lage sei, diesen Betrag kurzfristig aufzubringen.

Für die Zukunft solle doch bitte mein Mandant im eigenen Namen den Vertrag mit dem Energieversorger abschließen. Sie als Mieterin wolle dieses nicht mehr. Sie sei allerdings bereit, ihm die Kosten zu erstatten, die der Energieversorger ihm in Rechnung stellen werde.

An dieser Stelle fragt man sich bereits, aus welchem Grund mein Mandant sich hierauf einlassen sollte. Wenn die Mieterin doch die aktuellen Kosten nicht bezahlen kann, warum sollte er darauf vertrauen, daß sie ihm die Heizkosten ersetzen würde?

Es folgt in dem anwaltlichen Schreiben auch nicht etwa ein Argument, sondern lediglich eine Drohung. Wenn mein Mandant sich auf die Vertragsübernahme nicht einlasse, so werde die Mieterin gegen ihn Strafanzeige erstatten, schließlich habe er ihr bei Vertragsabschluß niedrigere Heizkosten prognostiziert und sie erst damit zu dem Vertragsabschluß bewegt.

Unabhängig davon, daß die Heizkosten ersichtlich verbrauchsabhängig sind und eine Prognose des Vermieters damit keine verläßliche Grundlage sein konnte, kann die Drohung mit einer Strafanzeige, um jemanden zu einer Handlung zu bewegen, als Nötigung verstanden werden. Vielleicht sollte die Gegenseite etwas weniger hitzig vorgehen…

RA Müller

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2 Kommentare

  1. Und welches „Mietmaul“ hat sich für so einen Blödsinn hergegeben? Es muß wirklich schlimm um manche Anwälte bestellt sein.

    Davon abgesehen: Mieter sind eben so. Der Vermieter ist böse und muß nach Möglichkeit herhalten. Das sind alles reiche Kapitalistenschweine, die den Mieter ausbeuten…


  2. Davon abgesehen ists auch zu Überlegen ob man mit einem Mieter der so drauf ist noch länger ein Geschäftsverhältnis haben möchte und könnte sich eine Ordnungsgemässe Kündigung des Mietverhältnis überlegen.



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