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Die angebliche Abofalle und die Mahn-Odyssee

September 19, 2013

Bereits im Jahr 2009 sollte der Mandant (als Minderjähriger) über sein Mobiltelefon ein „Abo“ abgeschlossen haben, welches die Gegenseite ihm mit stolzen 250,- € berechnete. Dieser Betrag wurde durch den Mobilfunkanbieter eingezogen, um diesen an den angeblichen Forderungsinhaber weiterzuleiten.

Der Mandant schwört Stein und Bein, keinen solchen Vertrag geschlossen zu haben, so daß er die Lastschrift seines Mobilfunkanbieters zurückgehen ließ und den Rechnungsbetrag abzüglich der angeblichen Abo-Kosten anwies.

Der Mobilfunkanbieter nahm dieses zum Anlaß, den Anschluß umgehend zu sperren. Eine Freischaltung werde erst erfolgen, wenn der Mandant auch die restlichen Kosten begleiche. Ob die Abo-Kosten berechtigt seien, sei nicht von Belang. Hierin habe man auch gar keinen Einblick. Für meinen Mandanten habe ich dann Anfang 2010 die fristlose Kündigung des Mobilfunkvertrages ausgesprochen.

Es folgte ein langes Zetern des Mobilfunkbetreibers sowie des angeblichen Abo-Unternehmens:

Der Mandant wurde von beiden angemahnt, wobei die anwaltliche Vertretung ignoriert wurde und auf die diesseitigen Argumente gar nicht eingegangen wurde.

Der Mandant blieb standhaft und verweigerte jede Zahlung.

Mitte 2010 wurde ein Inkassounternehmen beauftragt, das auf die stetig steigenden Forderungen verwies.

Der Mandant blieb standhaft und verweigerte jede Zahlung.

Mitte 2011 wurde eine Anwaltskanzlei mit der Geltendmachung der Forderung beauftragt, wobei sich die Anwälte direkt an meinen Mandanten wandten. Über die anwaltliche Vertretung sei man nicht informiert worden.

Der Mandant blieb standhaft und verweigerte jede Zahlung.

Ende 2011 behauptete selbige Anwaltskanzlei dann plötzlich, daß man die Forderung nicht belegen müsse. Sie sei schließlich bereits tituliert. Es liege also eine gerichtliche Entscheidung vor, wonach der Gegenseite der Anspruch zustehe. Dieses Schreiben der Gegenseite trug allerdings ein anderes Aktenzeichen als das vorangegangene Schreiben. Ein entsprechender Titel gegen den Mandanten liegt auch tatsächlich nicht vor.

Der Mandant blieb standhaft und verweigerte jede Zahlung.

Anfang 2012 behaupten die Anwälte erneut, daß ein Titel vorliege, legen diesen indes nicht vor. Zudem ist man dort pikiert, da „alle bisherigen Versuche, eine gütliche Einigung zu erzielen, gescheitert“ seien, obgleich man sich durch mehrfache Schreiben und Anrufe bemüht habe, meinen Mandanten zu einer Zahlung zu bewegen.

Unabhängig davon, daß eine direkte anwaltliche Kontaktaufnahme mit meinem Mandanten standesrechtlich unzulässig gewesen wäre, hatte eine solche Kontaktaufnahme gar nicht stattgefunden. Wen auch immer die Kollegen also angerufen haben, mein Mandant war es jedenfalls nicht.

Ich erwiderte, nunmehr reichlich ungehalten angesichts des gegnerischen Mahnverhaltens. Seitdem herrscht Ruhe und die behaupteten Forderungen sind still und heimlich in den Hafen der Verjährung gesegelt.

Ob hier ein Betrugsversuch der Gegenseite vorlag und die angebliche Abo-Forderung jemals bestanden hat? Wir werden es nicht mehr erfahren.

RA Müller

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2 Kommentare

  1. Was ist mit den Kosten, die durch Ihre Tätigkeit entstanden sind?


  2. Die Vorgehensweise
    >>> diesseitigen Argumente gar nicht eingegangen <<<
    ist inzwischen offenbar in allen Branchen zum Standard geworden.
    Insofern frage ich mich, ob ich, nachdem ich dem Mobilfunkanbieter meinen Standpunkt mitgeteilt habe, überhaupt noch auf irgendwelche inhaltsleere Schreiben, die lediglich den Druck zu bezahlen erhöhen sollen, antworten muß.

    Das Interesse des Mobilfunkanbieters ist klar – er verdient, je nach Anbieter und Gesamtpreis, mindestens 30% *) an der Abzocke. Der Verweis auf den Abofallenbetreiber als alleinigen Ansprechpartner ist insofern wohl angreifbar.

    *) http://heise.de/-1940221



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