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Gehe direkt ins Gefängnis, gehe nicht über Los…

September 23, 2013

Nicht nur in Monopoly kann man schneller im Gefängnis landen als einem lieb ist. Dabei begann alles ganz harmlos mit einem Fahrzeugkauf.

Mein späterer Mandant hatte in den Niederlanden ein gebrauchtes Kraftfahrzeug erworben. Die Verkäuferin hatte das Fahrzeug im Internet angeboten, er hatte Interesse gezeigt, sich das Fahrzeug besehen und schließlich den Kaufvertrag abgeschlossen. Den Kaufpreis übergab er der Verkäuferin in bar, wobei er sich vorsorglich eine Quittung ausstellen ließ. Sämtliche Fahrzeugpapiere wurden ihm ausgehändigt.

Einige Tage später, an einem Freitag, mußte der Mandant mit dem Fahrzeug zu der niederländischen Zulassungsstelle, da ihm mitgeteilt worden war, daß er das Fahrzeug dort ummelden müsse. Den Kaufvertrag nahm er vorsorglich mit, um ihn der Behörde bei Bedarf vorlegen zu können. Auf der Fahrt wurde mein Mandant von seinem jüngeren Bruder begleitet.

Bei der Zulassungsstelle erlitt mein Mandant indes den Schock seines Lebens. Dort rief man kurzerhand die Polizei, die meinem Mandanten eröffnete, daß das Fahrzeug als gestohlen gemeldet worden war. Da er und sein Bruder mit dem Fahrzeug unterwegs seien, seien beide des Fahrzeugdiebstahls verdächtig. Anzeigeerstatterin war dabei eben jene Person, die meinem Mandanten das Fahrzeug verkauft hatte.

Kurzerhand wurden mein Mandant und sein Bruder vorläufig festgenommen. Beide verstanden die Welt nicht mehr.

Mein noch am Freitag getätigter Anruf bei der niederländischen Polizei führte zu der Mitteilung, daß man sich den Kaufvertrag besehen habe, indes nicht beurteilen könne, ob dieser echt sei. Man führe nun Ermittlungen, wie es zu der Unterzeichnung des Vertrages gekommen sei. Von einem solchen Vertrag habe die Anzeigeerstatterin jedenfalls nicht berichtet. Da das Wochenende bevorstehe, wisse man zudem nicht, ob man vor Montag nähere Erkenntnisse gewinnen werde. Bis dahin werde man die beiden Tatverdächtigen daher wohl nicht auf freien Fuß setzen.

Eine Klärung konnte dann glücklicherweise doch bereits am Wochenende erzielt werden. Mein Mandant und sein Bruder wurden freigelassen und ein Strafverfahren gegen die Anzeigeerstatterin eingeleitet.

Diesen Autokauf wird mein Mandant sicherlich nie vergessen.

RA Müller

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3 Kommentare

  1. Nach deutschem Recht gibt der Sachverhalt jedenfalls keine Übereignung her.


    • Ergänzen Sie: Mit den Fahrzeugpapieren erhielt der Käufer auch das Fahrzeug 😉


  2. Der Fehler liegt im ersten Satz: „Mein späterer Mandant hatte in den Niederlanden ein gebrauchtes Kraftfahrzeug erworben.“

    😉



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