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Zaghafter Rechtsschutzversicherer

November 13, 2013

Das Haus der Mandantin ist schadhaft. Gerade angesichts der zunehmend frostigen Witterung muß sie befürchten, daß der Schaden sich in absehbarer Zeit vergrößern wird. Vermutlich ist der Gegner, ein Handwerker, für den Schaden verantwortlich. Er erhebt allerhand – wenig überzeugende – Einwände, worauf der Schaden noch zurückzuführen sein könnte.

Für meine Mandantin habe ich daher einen Antrag im selbständigen Beweisverfahren vorbereitet. Das Gericht wird also gebeten, sogleich einen Sachverständigen zu beauftragen, welcher den Schaden, die Schadenursache und die Schadenbeseitigungskosten feststellen soll. Der große Vorteil daran ist, daß vor der Beauftragung des Sachverständigen keine mündliche Verhandlung stattfindet, zumal es nicht ganz unwahrscheinlich ist, daß ein solcher Verhandlungstermin erst in einigen Monaten stattfinden würde. Da die Mandantin den Schaden indes lieber heute als morgen beseitigen lassen möchte, um eine Vergrößerung des Schadens zu verhindern, wäre ein solcher Zeitverzug ausgesprochen unschön.

Es ist auch nicht ganz unwahrscheinlich, daß der Handwerker nachgeben wird, wenn sich herausstellt, daß seine Einwände sich nach dem Gutachten sämtlichst als haltlos erweisen.

Doch der Rechtsschutzversicherer der Mandantin meint, sich quer stellen zu müssen. Meine Mandantin solle doch bitte direkt Klage auf Begleichung der voraussichtlichen Reparaturkosten erheben. Es sei nicht zu erwarten, daß der Handwerker nachgeben werde, auch wenn der Sachverständige seine Verantwortlichkeit feststelle. Auch sei nicht auszuschließen, daß der Handwerker noch rechtliche Einwände erheben werde, die im selbständigen Beweisverfahren nicht geklärt werden würden.

Welche rechtlichen Einwände das sein sollen, läßt der Rechtsschutzversicherer offen.

Ist es nicht schön, wenn gerade in eiligen Angelegenheiten unnötige Korrespondenz mit dem Rechtsschutzversicherer Zeit kostet, die der Mandant nicht hat? [/Sarkasmus aus]

RA Müller

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5 Kommentare

  1. Ich würde mir wünschen, hier den Namen der Versicherung zu lesen.


    • Ich würde hier nie den Namen der LVM in den Raum werfen…


  2. So’n Quatsch – zumal ein Klagverfahren teurer ist als ein Beweisverfahren. (Dreifache Gerichtskosten, Terminsgebühr). Gleich im RSV-Blog verpetzen! 😉


  3. Vielen Dank für die, ich sage mal, serviceorientierte Einstellung den Lesern gegenüber 🙂


  4. Was sich die LVM von diesem Vorgehen verspricht, ist mir schleierhaft.

    Wenn doch zu erwarten sei, dass die Mängel bestritten würden, wäre ohnehin ein Gutachten einzuholen, so dass es die Ersparnis der Sachverständigenkosten schon einmal nicht sein kann.

    Und auch die Verfahrensgebühr wird voll auf die des Hauptsacheverfahrens angerechnet.



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