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Die „Punktereform“ – Teil 1 – Der Punkterabatt

März 6, 2014

Zum 01.05.2014 wird die Reform des Verkehrszentralregister Wirklichkeit. Viele Bußgelder werden deutlich angehoben, Tilgungsfristen werden verlängert und die Maßnahmen zum Abbau von Punkten werden reduziert. Die Reform geht für Kraftfahrer also mit vielen Nachteilen einher. Die Politik ist sich der Konsequenz, daß es nach der Reform häufiger als bisher zu einer Entziehung der Fahrerlaubnis kommen wird, durchaus bewußt.

Gerade diejenigen, deren Eintragungen im Verkehrszentralregister eine Diät gut zu Gesicht stünde, tun gut daran, sich rechtzeitig vor dem Inkrafttreten der Reform noch eiligst dem Punkteabbau zu widmen.

Wer vor dem Erreichen von 14 Punkten ein Aufbauseminar absolviert, ohne in den letzten fünf Jahren ein solches Seminar absolviert zu haben, und dieses der Behörde nachweist, dem werden bei einem Punktestand von maximal acht Punkten nach der bisherigen Gesetzeslage  vier Punkte erlassen, bei einem Punktestand von 9-13 Punkten immerhin noch zwei Punkte. Auch bei einem höheren Punktestand kann bislang durch eine verkehrspsychologische Beratung ein weiterer Punkterabatt von zwei Punkten erzielt werden. Nach dem bisherigen System konnte also innerhalb von fünf Jahren ein Punkterabatt von bis zu sechs Punkten erreicht werden.

Ab dem 01.05.2014 wird die Lage sich wesentlich verschärfen:

  • Bei einem Punktestand von 1-5 Punkten im neuen Fahreignungsregister kann durch die freiwillige Teilnahme an einem Fahreignungsseminar (einmal in fünf Jahren) nur noch ein einziger Punkt abgebaut werden.
  • Das neue Seminar wird deutlich teurer werden als die bisherigen Seminare. Fielen bisher bei einem Aufbauseminar Kosten von ca. 200,- € an, sollen sich die Kosten auf 400,- € bis 600,- € erhöhen.
  • Das Seminar wird zudem mit einem deutlich höheren sonstigen Aufwand verbunden werden. In das Seminars werden Verkehrspsychologen eingebunden sein. Es wird verpflichtende Hausaufgaben geben etc.

Die Politik hält das neue Seminar für ausgesprochen effektiv. Nachhaltig werde zukünftigem verkehrswidrigen Verhalten vorgebeugt. Ob es dann allerdings sinnvoll ist, das Seminar für Fahrerlaubnisinhaber außerhalb der Probezeit anders als bisher ausschließlich auf freiwilliger Basis anzubieten und den Punkterabatt zudem auf einen Punkt zu begrenzen, erscheint mir ausgesprochen fraglich. Werden Kraftfahrer angesichts des (Kosten-)Aufwands und des geringen Punkterabatts ein solches Seminar tatsächlich in merklicher Zahl in Anspruch nehmen?

Derjenige, der noch nach dem alten System Punkte tilgen möchte, sollte sich in jedem Fall beeilen. Die Teilnahmebescheinigung muß er nämlich noch vor dem 01.05.2014 der zuständigen Behörde vorlegen.

RA Müller

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One comment

  1. […] im ersten Teil bereits erwähnt wird das Verkehrszentralregister (VZR) zum 01.05.2014 grundlegend reformiert. […]



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