h1

Auf den letzten Drücker?

Juli 16, 2014

Am nächsten Tag stand eine Strafsache an, in der ich einen der Beschuldigten vertrat. Meinem Mandanten wurde eine vergleichsweise „kleine“ Straftat vorgeworfen. Der Mitangeklagte sollte dagegen in die Vollen gegriffen haben. Da er zudem ein nicht unerhebliches Vorstrafenregister aufwies, stand für ihn Einiges auf dem Spiel.

Kurz vor Feierabend rief ich den Verteidiger des Mitbeschuldigten an, um ihn kollegialiter über einen Beweisantrag zu informieren, den ich vorbereitet hatte, um den Antrag – je nach Verfahrensgang – am morgigen Verhandlungstag zu stellen.

Den Kollegen erwischte ich indes auf dem falschen Fuß. So teilte er mir mit, daß es bereits Monate her sei, daß er sich die Akte besehen habe. Er wisse zu der Sache keine Details mehr und könne auch nicht mehr sagen, ob und wie sein Mandant sich einlassen werde.

Entweder stand dem Kollegen eine lange Nacht oder seinem Mandanten ein schlecht vorbereiteter Verteidiger bevor.

RA Müller

Advertisements

5 Kommentare

  1. Eher letzteres, was? 😦


  2. Naja, ist doch nicht ungewöhnlich, dass der Arbeitstag für einen Rechtsanwalt und all die dringenden Angelegenheiten zu wenig Stunden hat und die Terminsvorbereitung in der Nacht stattfinden muss.


  3. Und, wie isses ausgegangen?


    • Meine Verteidigungsstrategie hat beiden (!) Angeklagten den begehrten Freispruch beschert.


      • … und für Sie von dem Kollegen mindestens eine Flasche Johnnie Walker – Le Voyage de Delamain?



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: