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Wer nicht hören will, muß … zahlen

August 26, 2014

Wieder einmal eine Auseinandersetzung mit einem großen Mobilfunkanbieter, nennen wir ihn V:

Mein Mandant erhielt eine Monatsrechnung im dreistelligen Bereich und wunderte sich, schließlich hatte er im Beisein eines Zeugen doch die Einrichtung einer Flatrate beantragt, die sogleich geschaltet werden sollte. Besagter Zeuge rief entsprechend für den Mandanten bei V an und bat um Aufklärung. Es wurde festgestellt, daß die Umstellung auf die Flatrate gar nicht vorgenommen wurde. Eine Korrektur der Rechnung wurde daher in Aussicht gestellt.

Statt einer korrigierten Rechnung erhielt der Mandant eine weitere Rechnung im dreistelligen Bereich. Es folgte die Sperrung des Anschlusses.

Der Mandant verweigerte entrüstet die Zahlung und ich teilte V den zugrundeliegenden Sachverhalt schriftlich mit und forderte zur Korrektur der Rechnungen auf.

Es folgt die Zahlungsaufforderung durch ein Inkassounternehmen. Leicht konsterniert wies ich das Inkassounternehmen darauf hin, daß die Gründe für die nicht erfolgte Zahlung V bereits mitgeteilt worden waren und fügte mein Schreiben an V erneut bei. Das Inkasso-Unternehmen erwiderte, von der vorherigen Korrespondenz keine Kenntnis zu haben. Könne mein Mandant beweisen, die Umstellung auf die Flatrate beantragt zu haben?

Ja, das konnte mein Mandant. Entsprechend teilte ich Name und Anschrift des Zeugen mit.

Wer nun meint, daß man sich an den Zeugen wandte oder die Forderung gleich ausbuchte, der liegt leider falsch. Statt dessen beantragte V den Erlaß eines Mahnbescheides gegen meinen Mandanten.

Es dürfte V nicht überraschen, daß ich gegen den Mahnbescheid für meinen Mandanten Widerspruch einlegte. In der folgenden Anspruchsbegründung durch einen von V beauftragten Anwalt wurde auf die bisherige Korrespondenz kein Bezug genommen. In meiner Klageerwiderung wies ich also entsprechend ausführlich auf die Einwände meines Mandanten hin und führte – wie zu erwarten war – erneut den Zeugen an.

Es folgte: Die Klagerücknahme durch V.

Die Argumente meines Mandanten nicht hören wollend wurden also durch V Kosten um Kosten produziert, um dann im entscheidenden Moment, in dem die gerichtliche Beweisaufnahme anstand, zu kneifen.

RA Müller

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3 Kommentare

  1. Ja ja, die Firma V. Immer wieder gut als schlechtes Beispiel zu gebrauchen.
    Vor ein paar Tagen hatte ich einen Anrauf auf meinem Handy. Man bedankte sich für meine langjährige Treue und wolle sich mit mir über eine Tarifoptimierung unterhalten.
    Auf meinen Einwand hin, daß ich die Rufnummer bereits 2008 zu einem andern Anbieter portiert hatte, legte der Anrufer kommentarlos auf.
    Irgendwas scheint bei dem Laden wirklich komplett falsch zu laufen.


  2. Da können wir auch ein Lied von singen: http://www.kanzlei-rader.de/2014/04/3528/


  3. Mit Inkassobüros zu diskutieren, hilft nichts. Die kümmern sich nach meiner Erfahrung überhaupt nicht um Sachverhalte (sie leiten sie allenfalls an den Auftraggeber weiter) und Rechtsfragen, sondern nur um Beitreibung, Beitreibung, Beitreibung.

    Eine Ausnahme gab es: ein Mandant sollte 750,- Euro an die Firma X zahlen für Leistungen, die er so nicht bestellt hatte. Ich schilderte den Sachverhalt, den mein Mandant der Firma X schon x-mal gemailt hatte und bot einen Vergleich über eine Einmalzahlung von 150,- Euro zur Gesamterledigung an. Das Inkassobüro (zu deren Auftragnehmern m. W. auch die Firma V gehört) nahm den Vergleichsvorschlag an.



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