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Szenen aus dem Gerichtssaal XXXVIII: „Wiedersehen? Bitte nicht“

September 3, 2014

Gelegentlich sind es die Angeklagten, die sich aus der Hauptverhandlung – ohne darüber nachzudenken – mit einem flotten „Auf Wiedersehen“ verabschieden,. Bisweilen führt dies zu einem süffisanten Kommentar seitens des Richters oder Staatsanwalts a la „Das wollen wir doch nicht hoffen„. Insbesondere wenn zuvor eine Bewährungsstrafe verhängt worden ist, hat das Gericht schließlich im Urteil zum Ausdruck gebracht, gerade nicht davon auszugehen, dem Angeklagten in dieser Rolle erneut begegnen zu werden.

Eine solche Verabschiedung kann indes auch bei Zeugen für Irritationen sorgen. So war es kürzlich ein Zeuge, der sich mit einem „Auf Wiedersehen“ verabschiedete.

In der Hauptverhandlung hatte der Zeuge indes keine gute Figur abgegeben. So manche Frage wollte er nicht beantworten. Mehrfach mußte er durch das Gericht nachdrücklich auf seine Zeugenpflichten hingewiesen werden. Auch interpretierte der Zeuge manche Frage so um, daß er den Kern der Frage schlichtweg ignorierte. Der Ermittlungsakte ließ sich entnehmen, daß auch die Polizei ihre liebe Mühe mit dem Zeugen gehabt hatte.

Als dann das „Auf Wiedersehen“ des Zeugen erklang und sich dann die Tür hinter ihm schloß, seufzte der zuständige Richter.

Na, wenn das mal nicht als Drohung zu verstehen war.

RA Müller

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