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Gefangen in einer Parallelwelt

Januar 9, 2015

Es ging um eine Unfallregulierung. Der Versicherer regulierte den Schaden ausgesprochen zögerlich, obwohl ich gleich in meinem ersten Schreiben darauf hingewiesen hatte, daß der Mandant nicht in der Lage war, vor Leistung des Schadensersatzes den Erwerb eines Ersatzfahrzeuges zu finanzieren, so daß kalendertäglich Nutzungsausfall anfiel. Der Versicherer möge erwägen, die Leistung als Vorschuß zu gewähren.

Den Versicherer ließ das relativ kalt. Die Regulierung wurde erst nach rund zwei Monaten vorgenommen.

Also forderte ich schließlich den entstandenen Nutzungsausfall an. Daraufhin reagierte der Versicherer pikiert. Es sei nicht zu erkennen, daß der Nutzungsausfall über diesen langen Zeitraum hinweg geschuldet sei. Der Mandant habe den Schaden teilweise auch selbst verursacht, schließlich habe er das Sachverständigengutachten erst drei Tage nach dem Unfall in Auftrag gegeben.

Aha. Eine „Verzögerung“ von drei Tagen ist also problematisch, die Unfallregulierung erst nach Ablauf von zwei Monaten dagegen nicht zu beanstanden? Der Sachbearbeiter des Versicherers scheint in seiner eigenen Welt zu leben, in der ganz eigene Gesetze herrschen. Da ist es doch positiv, daß die Frage des Nutzungsausfalls nach den allgemeingültigen Gesetzen entschieden wird, die den Versicherer nicht mit Begeisterung erfüllen werden 😉

RA Müller

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