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Unwirtschaftlich, unsinnig, unredlich

März 26, 2015

Die Gegenseite hatte telefoisch versichert, daß meinem Mandanten im Rahmen der Behebung des Schadens keine Kosten entstehen würden. Der Schadensfall liege ja noch im Bereich der Garantie. Der Schaden wird dann auch tatsächlich behoben, woraufhin meinem Mandanten eine Rechnung präsentiert wird. Die Rechnung ist zwar nicht hoch. Gleichwohl sah mein Mandant verständlicherweise nicht ein, die Kosten zu bezahlen. Nach Meinung der Gegenseite muß er doch bezahlen, weil es sich doch nicht um einen Garantiefall gehandelt habe.

Mein Mandant wies die Forderung also zurück, woraufhin ihn die Gegenseite mahnte.

Ich meldete mich bei der Gegenseite und wies die Forderung unter Hinweis auf die Sach- und Rechtslage erneut zurück.

Erwidernd teilte mir die Gegenseite mit, bei ihrer Auffassung zu bleiben.

Das ist das gute Recht der Gegenseite, so daß ich darauf hinwies, prozeßbevollmächtigt zu sein. Eine außergerichtliche Zahlung würde keinesfalls erfolgen. Möge die Gegenseite dann also Klage einreichen, wobei die Kosten des Klageverfahrens die Hauptforderung übersteigen dürften.

Es kam ines keine Klageschrift, sondern das Schreiben eines Inkassounternehmens. „Selbstverständlich“ ging dies auch nicht mir, sondern direkt meinem Mandanten zu. Das Inkassounternehmen wies darauf hin, daß nicht zu erkennen sei, warum der Mandant die Forderung nicht begleiche, zumal die Forderung „unbestritten“ sei. Wenn er bei dieser Haltung bleibe, gefährde er seine Kreditwürdigkeit. Also möge er nun endlich die Hauptforderung nebst Inkassokosten bezahlen.

Selbst wenn die Gegenseite im Ergebnis Recht bekommen sollte, wovon ich nicht ausgehe, würde sie die Inkassokosten wegen des Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht nicht zugesprochen bekommen. Wer ein Inkassounternehmen beauftragt und damit weitere Kosten produziert, obgleich außergerichtlich keine Zahlung zu erwarten war, kann keine Erstattung der Inkassokosten verlangen. Das Vorgehen der Gegenseite ist also ebenso unwirtschaftlich wie unsinnig. Die Drohung mit der Eisnchränkung der Kreditwürdigkeit und die Vorgabe, es handele sich um eine unbestrittene Forderung, wird man zudem unredlich nennen dürfen.

Mal schauen, was als nächstes kommt. Vielleicht ein Anwaltsschreiben, in dem der behauptete Anspruch geltend gemacht und mit Klage gedroht wird?

RA Müller

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One comment

  1. Oder gar Besuch von der Staatsanwaltschaft?



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