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Die Sache mit der Dolmetscherin

Mai 6, 2016

In einem Strafverfahren saß mein Mandant in Untersuchungshaft. Da er der deutschen Sprache nur unzureichend mächtig war, wollte ich ihn in Begleitung einer Dolmetscherin aufsuchen. Die JVA teilte hierzu vorsorglich mit, daß die Staatsanwaltschaft den Besuch der von mir beauftragten Dolmetscherin vorab genehmigen müsse.

Ich beantragte also bei der in dieser Sache zuständigen Staatsanwaltschaft eine entsprechende Erlaubnis für die Dolmetscherin. Zu meiner Überraschung stellte sich die Staatsanwaltschaft zunächst quer. Die Dolmetscherin – die in einem großen Dolmetscherbüro tätig ist, über welches auch das örtliche Gericht regelmäßig Dolmetscher beauftragt – sei dort nicht bekannt. Die Beauftragung der Dolmetscherin müsse zunächst gerichtlich genehmigt werden.

Das Gericht wunderte sich etwas über dieses Ansinnen und sah gar keine Rechtsgrundlage für die Anforderung der Staatsanwaltschaft, so daß sich die Staatsanwaltschaft schließlich doch dazu durchrang, der Dolmetscherin die Erlaubnis zu erteilen, den Inhaftierten in meiner Begleitung aufzusuchen.

Als ich bei der JVA ankam, stellte sich indes heraus, daß die Dolmetscherin die Pforte der JVA bereits passiert hatte. Der Schreiben der Staatsanwaltschaft, welches ich bei mir führte, war nicht erforderlich gewesen. Vielmehr sei die Dolmetscherin dort hinlänglich bekannt, so daß man keine Erlaubnis durch die Staatsanwaltschaft sehen müsse.

RA Müller

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