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Wie gut kennt man eigentlich gute Bekannte?

November 16, 2016

In einem Strafverfahren benannten mehrere Zeugen eine weitere Person, die etwas von dem angeklagten Sachverhalt wahrgenommen haben dürfte. Von der Polizei war diese Zeugin seinerzeit nicht erfaßt worden, wobei es möglich ist, daß sie beim Erscheinen der Polizei den Ort des Geschehens bereits verlassen hatte. Das Gericht war daher interessiert daran, den vollständigen Namen und die ladungsfähige Anschrift der Zeugin in Erfahrung zu bringen.

Obwohl die gesuchte Zeugin nach dem Bekunden der weiteren Zeugen eine gute Bekannte von ihnen war, bereitete ihnen bereits die Frage nach dem Nachnamen der Zeugin deutliche Schwierigkeiten. Nur eine Zeugin konnte den Nachnamen angeben. Den anderen Zeugen war lediglich der Vorname geläufig. Einer der Zeugen hatte immerhin noch den „Facebook-Namen“ parat, der aber nicht der vollständigen Namen der Zeugin sei. Die Adresse kannte keiner der Zeugen.

Ich sehe schon zukünftige Mandanten vor mir, die ganz in der Welt der Social Media aufgegangen sind, Freunden nur noch digital begegnen und möchten, daß ich in ihrem Verfahren „Hase83„, „Schnuffel“ u.a. über irgendwelche Plattformen im Internet laden lasse.

RA Müller

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